Wahnsinn


1992 kaufte sich die damals 79-jährige Stella Liebig bei McDonald’s einen Becher Kaffee. Da sie ihn jedoch nicht sofort austrank, erfreuen uns alljährlich die nach ihr benannten Stella-Awards:

Wie bitte?

Ja, Du hast richtig gelesen. Denn Stella setzte sich mit dem Kaffee an das Steuer ihres Autos – den Pappbecher dabei zwischen ihre Oberschenkel geklemmt – und fuhr los. Beim ersten Manöver schwappte das Heißgetränk über, und Stella Liebig verbrühte sich schmerzhaft an sonst nicht so leicht zugänglichen Stellen. Grund genug für die Dame, mittels ihrer Anwälte McDonald’s zu verklagen – immerhin hätte ihrer Meinung nach der Fastfood-Konzern auf die Temperatur des Kaffees hinweisen und vor dieser unsachgemäßen Transportvariante warnen müssen. Ein Gericht sah das ähnlich und sprach ihr daraufhin 2,9 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu.

In Folge dessen wurde der Stella Award ins Leben gerufen, welcher Personen ehrt, die in unberechtigter oder zumindest kurioser Weise gerichtlichen Schadensersatz forderten und zum Teil auch erhielten.

Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2006 (bei Stern.de):

Obwohl Allen Ray Heckard fast acht Zentimeter kleiner, 25 Pfund leichter und acht Jahre älter als Ex-Basketball-Star Michael Jordan ist, behauptet der Mann aus Portland, Oregon, dass er Jordan ziemlich ähnlich sieht – und man ihn oft mit ihm Jordan verwechselt. Daraus leitete Heckard einen Anspruch auf 52 Millionen Dollar ab, die er für „Beleidigung und andauernden Schaden“ wollte, außerdem forderte er zusätzliche 364 Millionen Dollar als Schadensersatz für „seelischen Scherz und Leiden“. Die gleiche Summe verlangte er auch noch von Nike-Mitbegründer Phil Knight und kam so auf den üppigen Betrag von 832 Millionen Dollar. Allerdings ließ er die Klage fallen, nachdem die Nike-Rechtsanwälte eine Runde mit ihm gequatscht hatten und ihm wahrscheinlich erklärten, was sie alles von ihm einklagen würden, wenn er mit dem Unsinn nicht aufhört.

Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2005 (bei Stern.de):

Professionelle Zauberkünstler verwirren Christopher Roller. Deshalb verklagte er die beiden US-Star-Magier David Blaine und David Copperfield zur Herausgabe ihrer Berufsgeheimnisse – oder sie müssen ihm zehn Prozent ihrer lebenslangen Einnahmen zahlen. Das wäre bei David Copperfield immerhin ein geschätzter Streitwert von 50 Millionen US-Dollar und auch bei David Blaine würden immer noch zwei Millionen US-Dollar fließen. Die Grundlage dieser Klage ist so schlicht, wie überzeugend: Roller behauptet, dass die Zauberer den Regeln der Physik trotzen, und somit „göttliche Kräfte“ einsetzen. Aber da Roller (zumindest nach eigenen Angaben) GOTT ist, stehlen ihm die beiden „irgendwie“ diese Kraft.

 Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2004 (bei Stern.de):

Mary Ubaudi aus Madison County, Illinois, war Beifahrerin eines Wagens, der bei einer Spritztour als Totalschaden endete. Die Schuld dafür schob sie auf die profitabelst mögliche Geldquelle, die verfügbar war: Mazda Motors, Erbauer des Unglücksautos. Ubaudi verlangte „mehr als 150.000 US-Dollar“ vom Autobauer, mit der Begründung Mazda „hätte es unterlassen, eine Anleitung für den gefahrlosen und korrekten Gebrauch der Sicherheitsgurte bereitzustellen“. Man hofft natürlich, dass die Mazda-Anwälte sie vor Gericht schwören lassen werden, dass sie noch nie zuvor Sicherheitsgurte angelegt hat. Noch, dass sie jemals mit einem Flugzeug geflogen ist und dass sie zu dumm ist, um herauszufinden, wie man einen Sicherheitsgurt anlegt.

Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2003 (bei Stern.de)

Marcy Noriega, Polizeibeamtin aus Madera, setzte einen Verdächtigen wegen einer Lappalie mit Handschellen gefesselt auf den Rücksitz ihres Einsatzwagens. Als dieser begann, gegen die Autoscheiben zu schlagen, wollte Noriega ihn mit ihrem „Taser“ bändigen. Unglaublicherweise nahm sie aber nicht ihre Betäubungspistole aus dem Gürtel, sondern zog ihre Dienstwaffe aus dem Halfter und schoss dem Mann in die Brust – worauf er sofort tot war. Nun sagt die Stadt Madera in Kalifornien aber, die Tötung sei nicht der Fehler der Polizeibeamtin und argumentiert „dass jeder vernünftige Polizist versehentlich die Dienstwaffe statt der Betäubungspistole ziehen könnte“. Deshalb verklagte die Stadt den Hersteller der Betäubungspistole „Taser International“ mit dem Ziel, dieser solle für jede Forderung aus dem Rechsstreit geradestehen, den die Familie des Getöteten angestrengt hatte.Was für eine Verunglimpfung gut ausgebildeter Polizisten, die sehr wohl den Unterschied zwischen einem echten und einem falschen Revolver erkennen können. Und was für ein feiger Versuch sich vor der Verantwortung für die Handlungen der eigenen, schlecht ausgebildeten Beamten zu drücken!

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gefunden: hier!

Ein Gastbeitrag / Erfahrungsbericht von Frank:

An einem lauen Dienstagnachmittag ging meine alleinlebende Schwiegermutter zu einer Routineuntersuchung bei einem örtlich ansässigen Arzt. Sie klagte seit Wochen über starke Kopfschmerzen bis hin zu Schwindelanfällen.

Beim Arzt angekommen wurde Sie vielerlei Untersuchungsprozeduren unterzogen, bis man auf die Vermutung einer verstopften Halsschlagader kam. Die anwesenden Ärzte verordneten eine dringliche Überlieferung meiner Schwiegermutter in die Universitäts-Kopfklinik nach Heidelberg.

Selbst Auto fahren dürfe sie nicht mehr, das müsse über das Rote Kreuz geschehen. Sie stünde unter akuter Schlaganfallsgefahr. Gesagt getan, nach einiger Wartezeit rollte ein Krankentransport des Roten Kreuzes an und sie wurde nach Heidelberg gefahren.

Dort angekommen legte man ihr als allererstes einen Zugang an den Arm und setzte Sie auf den Gang in der Notfallaufnahme. Eine Schwester nahm den Fall auf und trug dies in eine Liste ein. Eine Ärztin fragte meine Schwiegermutter nach ihrem Befinden und wies sie danach darauf hin, dass sie warten müsse. Der Zeitpunkt der Ankunft war 15:00 Uhr.

Während ich noch auf der Arbeit saß, rief mich meine Frau an und schilderte mir den dringlichen Fall und den Verdacht auf einen bevorstehenden Schlaganfall. Ich sprach kurzer Hand mit meinem Chef, der mich sofort nach hause schickte. Ich kann von Glück reden, dass ich in einer so toleranten Firma arbeite.

Daheim angekommen packten wir auf die Schnelle die wichtigsten Dinge ein, stiegen ins Auto und fuhren in den über 100 km entfernten Heimatort unserer Schwiegermutter und Mutter. Wir verständigten während der Fahrt schon die Brüder meiner Frau und meine Eltern.

Im Heimatort angekommen packten wir alle für einen Krankenhausaufenthalt nötigen Sachen ein, stiegen wieder ins Auto und fuhren nach Heidelberg, welches wir nur auf der üblichen Neckarstrecke zu erreichen vermochten. Dementsprechend langsam ging die Fahrt voran. Nach über 50 km und über einer Stunde weiterer Fahrtzeit kamen wir dann um ca. 19 Uhr in der Kopfklinik in Heidelberg an. Wir vermuteten meine Schwiegermutter bereits in einem Behandlungsraum oder auf einer Station.

Als wir am Empfang fragten, konnte uns keiner so richtig Auskunft geben. Unser Verdacht, sie befände sich wahrscheinlich immer noch auf der Notfallaufnahme, bestätigte sich leider. Angekommen in der Notfallaufnahme saß sie im Gang, zwischen weiteren Notfällen und wartete geduldig. Für mich war dies schon ein Schreckensbild.

Nachdem ich mich über die bisherigen Geschehnisse erkundigt hatte, teilte sie mir mit, dass die einzige Maßnahme der Ärzte bzw. Schwestern der Zugang am Arm gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon stinksauer gewesen. Ich klopfte an der Aufnahme der Notfallstation. Man ignorierte mich.

Ich klopfte ein weiteres Mal. Diesmal wandte man mir immerhin einen Blick durch den verglasten Bereich zu. Ich öffnete die Tür und fragte, was sie gedenken würden mit meiner Schwiegermutter zu tun und ob dies normal sei, dass sie Sage und Schreibe 4 Stunden ohne Essen und Trinken im Gang sitzen müsse. Man teilte mir in gelassenem Ton mit, dass zu wenig Personal vorhanden sei und man eben warten müsse. Man priorisiere hier die Fälle und meine Schwiegermutter sei einer niedrigen Priorität zugeordnet worden. Ich bat die Schwester höflich darum, doch mal eine Ärztin (welche schon die ganze Zeit in dem Aufnahmeraum stand und sich nicht sonderlich im Stress befand) danach zu fragen und mir Bescheid zu geben.

Nun war es an der Zeit für meine Schwiegermutter endlich Essen und Trinken zu besorgen. Da eine Vermutung auf einen Schlaganfall meine über 70 jährige Schwiegermutter, welche ohnehin Probleme mit Blutdruck, Vorhofflimmern und etliche andere Leiden hat –die die Ärzte dort kannten, denn sie hatten ja die Akte von ihr!- , daran hinderte sich auf die Suche nach Nahrung oder einem Tropfen Wasser zu machen, erkundigten wir uns nach den Möglichkeiten.

Am Empfang schüttelte man nur unwissend den Kopf. Hier im Umkreis gäbe es keine Möglichkeit Essen oder Trinken zu bekommen. Der Kiosk im Krankenhaus hatte bereits seit längerer Zeit geschlossen. Man könne sich ja Pizza ins Krankenhaus bestellen, eine Telefonnummer müsse man sich allerdings selbst raussuchen.

Drei Automaten existierten im Krankenhaus. Der eine Automat lieferte nur Schokoriegel. Der andere nur heiße Getränke. Der wiederum andere nur kalte Getränke (Cola, Fanta etc.). Einen Kaffee zur Stärkung wäre nun nicht schlecht gewesen. Ich warf einen Euro in den Automat, er spuckte ihn prompt wieder aus. Ich warf ein 2-Euro-Stück in den Automaten und probierte mich mit 50-Cent-Münzen , jedoch alles ohne Erfolg. Der Automat war kaputt. Er nahm nur noch 5-, 10- und 20-Cent-Münzen an. Der Empfang konnte natürlich auch nicht wechseln, also hangelte ich mich von Patient zu Patient um etwas Geld klein zu kriegen.

Nachdem wir nun einen Kaffee und einen Tee organisiert hatten, fuhren wir zu einer entfernten Tankstelle um den Rest an Marzipan- und Schokocroissants und ein paar Bifis leer zu kaufen. Mit dieser wohlschmeckenden und nahrhaften Mahlzeit bewaffnet, fuhren wir wieder zurück ins Krankenhaus, wo unsere Schwiegermutter und Mutter immer noch total fertig und müde im Gang saß.

Es war mittlerweile 21 Uhr. Zwischenzeitlich unterhielt ich mich mit einer Dame, die auf dem Gang am Bette ihrer Mutter stand. Sie hatten die alte Frau, die m.E. Ende 80 gewesen sein musste, um 14:30 Uhr mit einem Krankenwagen von einem anderen Krankenhaus eingeliefert um sie zu untersuchen. Seit 14:30 Uhr (!!!!) lag die arme, alte Frau in ihrem Krankenhausbett im Gang, klagte alle paar Minuten über Schmerzen in den Beinen und über Atemschwierigkeiten. Die Tochter meinte, sie würden auf einen freien Krankenwagen warten müssen, damit ihre Mutter in ein anderes Krankenhaus verlegt werden könne. Dies sei eine Anweisung der Heidelberger Ärzte. Wir gaben der alte Dame eine Flasche Wasser und einen Schokocroissant, damit sie wenigstens in dieser Hinsicht minimal versorgt war.

Zumindest der alten Dame ging es nun, auch wenn ich kein Arzt war, etwas besser.

Zwischenzeitlich fragte die Tochter immer wieder nach, ob denn nun ein Krankenwagen käme, man gab ihr zu verstehen, dass man für ganz Heidelberg gerade mal 3 Krankenwägen besäße und diese ständig unterwegs seien. Da blieb mir fast der Atem stocken. In Heidelberg will ich keinen Notfall haben. Da verblute ich wahrscheinlich in meiner Wohnung bevor die überhaupt zur Eingangstür reinkommen.

Nun war es 22:30 Uhr, ich hatte ca. jede Stunde eine Ärztin oder eine Schwester mit meinen Fragen genervt. Ohne Erfolg. Man habe nur 2-3 Ärzte für die Notfallstation und diese müssen sich auch noch um ihre jeweiligen Stationen kümmern, es ginge nicht schneller.

Während unserer Wartezeit kamen noch einige Schwerverletzte ins Krankenhaus und einige mit niedrig priorisierten Verletzungen. So klagte der eine über Zahnschmerzen und der andere hatte Verbrennungen am Arm. Von der kleinen Verletzung am Schädel bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen (O-Ton Ärztin: „Herr und Frau XY, ihr Sohn hat es überlebt“) bekamen wir an diesem Abend alles geboten.

Meine Schwiegermutter war sichtlich erschöpft und geschafft. Wie lange wir wohl noch warten müssten?

Um 23:30 Uhr, nach 8,5 Stunden Wartezeit ohne einen jeglichen Bescheid, wurde sie dann endlich aufgerufen. Man brachte sie in einen Behandlungsraum. Nach ca. 10 Minuten, wovon sich ca. 4-5 Minuten ein Arzt um sie kümmerte, kam sie zusammen mit meiner Frau wieder in den Gang. Man teilte ihr mit, und nun halte man sich fest, dass sie am darauf folgenden Morgen –egal wie- um 7:30 Uhr wieder zu erscheinen habe. Dazu drückte man ihr einen Zettel in die Hand und entfernte ihr den Zugang am Arm, der so unnötig die ganze Wartezeit darin verweilen musste. In diesem Moment hätte ich am Liebsten laut geschrien, der Ärztin eine geklebt oder etwas sinnlos zerstört, doch wir machten uns auf den Heimweg.

In dieser Nacht fuhr ich noch über 50 km mit meiner Frau und unserer Schwiegermutter und Mutter zurück in den Heimatort, danach machte ich mich auf den Weg nach hause (weitere 100 km) und kam dann ca. 03:30 Uhr in der Nacht daheim an um am gleichen morgen zur Arbeit zu gehen. Meine Frau stand mit meiner Schwiegermutter am gleichen morgen um 5 Uhr (nach ca. 2-3 Stunden schlaf) auf und sie fuhren gemeinsam nach Heidelberg zur stationären Untersuchung, wo sie nach weiteren 5 Stunden Wartezeit endlich an der Reihe war.

Armes Deutschland, was ist nur mit dir geschehen?

An dieser Stelle vielen Dank an Frank für diesen sehr interessanten Erfahrungsbericht aus der Notaufnahme einer etablierten Universitätsklinik!

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Quelle: unbekannt; in den Weiten des Internets

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht mindestens einmal über einen meiner Mit-Verkehrsteilnehmer aufrege. Riskante Überholmanöver, Auffahren bis auf die Stoßstange, gegenseitiges Ausbremsen, Lichthupe geben und Stinkefinger zeigen gehören mittlerweile zum Alltag auf deutschen Straßen. 

Auffälligerweise sind immer die gleichen Kandidaten am Start: Passat-, Audi- und Kleintransporterfahrer. Nicht dass ich sagen will, dass jeder der einen VW Passat oder einen Audi-Kombi fährt ein Arschloch ist, nein, es ist mir nur aufgefallen, dass sich diese Zeitgenossen relativ oft derartige Fahrzeugtypen kaufen und sich damit durch den Feierabendverkehr drängeln und anscheinend auch darauf hoffen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ihrer dreisten Rücksichtslosigkeit beugen.

Immer häufiger komme ich an Unfällen vorbei, bei denen der Autotyp nicht mehr auf Anhieb erkennbar ist. Und auch hier sind meine Empfindungen nach, immer häufiger mindestens ein Audi- oder ein Passat-Fahrer am Geschehen beteiligt. Belächelnd fahre ich dann an ihnen vorbei und sehe, wie sie neben ihren Fahrzeugen stehen und die nicht mehr vorhandenen Kotflügel, ihrer in den Leitplanken hängenden oder den Straßengraben überbrückenden Boliden, bestaunen und sich dabei die Glatze kratzen. 

Selbst fahre ich einen VW Golf und ich behaupte einfach einmal, dass ich nicht unbedingt langsam auf den Autostraßen unterwegs bin. Oftmals liege ich 20 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, doch anscheinend reicht das diesen selbsternannten „Göttern deutscher Straßen“ nicht aus.

Das hat auch nichts mit Neid zu tun: Ich sass selbst über Jahre hinweg am Steuer eines PS-starken BMW 535i und ich war auch schon im Besitz eines Audi A3’s. Doch rücksichtsvoller Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern war für mich genauso selbstverständlich, wie die Tatsache einen geeigneten Sicherheitsabstand zum Vordermann einzuhalten.  

Steigende Sicherheitsstandards in diesen Fahrzeugen, die Möglichkeiten Vollkaskoversicherungen abschließen zu können,  wie auch die Tatsache, dass man derartigen Vollidioten nur dann ans Leder kann, wenn man einen Zeugen als Beifahrer dabei hat, sind für mich die Hauptgründe dafür, dass immer mehr Autofahrer zu „Todes-Rasern“ mutieren.

Ist es „IN“ geworden irgendwann einmal Menschenleben auf dem Gewissen haben, wie einst Rolf F. (oder der „Unbekannte“), der als „Turbo-Rolf“ bekannt wurde?

Windbeutel sind meist faustgroße, hohle Gebäckstücke und werden häufig mit Schlagsahne oder Vanillecreme, eventuell zusätzlich mit Früchten, gefüllt:

Wenn man einem Bericht der „Bild am Sonntag“ glauben schenkt, sind das allerdings auch Politiker der Links-Partei. Zumindest bezeichne so SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, den neuen Vorsitzenden der Partei „Die Linke„, Oskar Lafontaine.

Oskar in der Tiefkühltruhe?

Er sei „selbstverständlich“ zu Gesprächen mit dem SPD-Chef bereit, hatte Lafontaine dem „Spiegel“ gesagt:

„Wenn er fragt: ‚Seid ihr bereit, den Mindestlohn durchzusetzen und die Rentenformel wiederherzustellen, Hartz IV zu revidieren und die Truppen aus Afghanistan zurückzuziehen, dann kann Beck morgen Kanzler sein.“

Das Angebot des Linkspartei-Vorsitzenden, SPD-Chef Kurt Beck zum Bundeskanzler zu wählen, stößt bei den Sozialdemokraten jedoch auf Ablehnung. „Das Angebot ist lächerlich“, sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck der „Bild am Sonntag“. „Wir halten uns an den Koalitionsvertrag. Die Linkspartei wird ewige Opposition bleiben“. Angeheizt von derartiger Rückendeckung übte auch Hubertus Heil harsche Kritik an Lafontaine:

„Lafontaine ist ein Windbeutel.“

Wie in Gottes Namen kam Hubertus Heil zu diesem Vergleich? 

  • Sind die Verdienste des Herrn aus dem Saarland, als er z.B. der SPD 1998 den Wahlsieg bescherte und Basta-Schröder zum Kanzler machte, bereits so sehr in Vergessenheit geraten, dass man ihm in Stammtischmanier entgegentritt?

Übrigens: Bei uns gab es heute Windbeutel zum Sonntags-Nachtisch.

Sowohl meine Frau, wie auch ich, haben uns hiervon eindeutig mehr erwartet. Sie waren geschmacklich etwas altbacken (lag wohl an den Zutaten), zu viel Teig drumherum und viel zu wenig Füllung … nächstes mal, werden wir sicher wieder etwas anderes wählen.

Von daher passts zwar, aber ich bin ebenso wenig ein Fan von Bier und Currywurst, Herr Heil. 🙂 

Gestern war es also soweit: Impftermin. Ich war mit meiner Tochter, 14 Monate alt, zum ersten Mal alleine beim Arzt.

Bisher hat dies meine Frau übernommen und eigentlich hoffte ich insgeheim darauf, dass mir diese Qualen eines sorgenden Papas, der selbst kein Blut sehen kann und Angst vor Spritzen hat, erspart bleiben.

Da ich aber gestern später auf die Arbeit ging, weil meine Frau nach einer Pause wieder zu studieren anfing und wir uns die Pflege unserer Tochter brüderlich teilen, musste ich wohl oder über in diesen sauren Apfel beißen.

Ich setzte also meine Tochter in den Kinderwagen und ab ging die Fahrt zum Kinderarzt. Bewaffnet mit dem Impfpass und der mütterlichen Eingabe „Frag den Arzt noch nach der Zeckenschutz-Impfung“ ruderte ich durch die Straßen unserer Gemeinde. Den ganzen Weg über fragte ich mich: „Was soll ich tun, wenn die Kleine anfängt zu weinen und nicht mehr aufhört?“

Dort angekommen, verfrachtete uns die Arzthelferin auch schon gleich im Sprechzimmer und die Sekunden bis zum großen Moment, und der Arzt das Zimmer betritt, kamen immer schneller auf Anastasia und mich zu. Schweissgebadet. Hochroter Kopf.

Nachdem ich mit dem Arzt die Formalien geklärt hatte, und er der Helferin die Anweisung gab zwei Spritzen vorzubereiten, wurde ich immer unruhiger. Allein der Gedanke daran, dass diese „Monster“-Nadeln sogar in beide Oberarme meiner Kleinen gerammt werden sollten, rief „Horrorszenarien“ in meinen wirren Gehirnwindungen hervor und ließ mich zurückdenken, als ich ein kleiner Junge war und das gesamte Personal der Praxis beanspruchte um mir eine „Tetanus-Spritze“ in den aller Wertesten zu bohren.

Mit schwitzigen Händen schob ich die Ärmelchen meiner Tochter nach oben und konnte gar nicht hinsehen, als der Arzt die „Killer“-Spritzen in die dünnen Oberärmchen jagte.

Doch was war das? Kein Ton, kein Piepsen, kein Weinen? Absolut gar nichts.