meine große Liebe


Wer kennt ihn nicht: Garfield – der fette, faule Kater, der gerne isst und schläft.

Ist Garfield gerade nicht mit Fressen oder Schlafen beschäftigt, was recht selten der Fall ist, vertreibt er sich die Zeit meist mit Fernsehen oder der Zerstörung verschiedenster Einrichtungsgegenstände oder vergleichbaren destruktiven Tätigkeiten.

Garfield schätzt es nicht besonders, auf sein Alter aufmerksam gemacht zu werden und schon gar nicht auf seinen Geburtstag (geboren am 19. Juni 1978 in Mama Leone’s Italian Restaurant), auch wenn er dieses Ereignis aufgrund der ihm dann zukommenden Aufmerksamkeit im Grunde genommen schätzt. Weihnachten jedoch kann für ihn nicht schnell genug kommen, für Garfield gibt es keine schönere Zeit im Jahr. Anders die Montage, die bedauerlicherweise etwas öfter wiederkehren, als Weihnachten. An Montagen stößt Garfield mit beängstigender Regelmäßigkeit etwas zu, die Spanne der Montagsereignissen reicht von kleinen Demütigungen durch den, für Garfield personifizierten, Montag bis hin zu beinahe absurden Geschehnissen, die wohl dazu beigetragen haben, dass Garfield den Wochenanfang verabscheut wie Tod und Teufel.

Die Cartoons des Lasagne-fressenden Faulpelzes überzeugen meist durch die ironische Betrachtung des menschlichen Alltags.

Ich liebe Garfield … vielleicht wegen der Gemeinsamkeiten?

Nicht dass ich sagen möchte, dass ich faul und fett bin, nein, es sind die Kleinigkeiten, die mich und Garfield ähnlich werden lassen:

  • Garfield und ich haben den gleichen Jahrgang (1978)
  • als Student, der in einem Studenten-Wohnheim sein Dasein fristet, ernähre ich mich hauptsächlich von Lasagne, Pizzas und sonstigen Pasta-Gerichten. Alleine schon deshalb, weil ich mich nur widerwertig in der Gruppenküche meines Wohnheims (welches ich mit weiteren 5 Parteien teilen darf) länger als 10 Minuten aufhalte
  • ich liege meinen Eltern auf der Tasche, die nicht nur mein Studium finanzieren, sondern von sich selbst auch immer wieder behaupten, dass sie „Versager“ seien und mir ein „besseres Leben ermöglichen möchten“. Was natürlich nicht stimmt: Versager sind sie keine … aber das erinnert mich an Jonathan Q. „Jon“ Arbuckle, den Besitzer von Garfield, den „ewigen Verlierer“
  • ich hasse es an meinen Geburtstag erinnert zu werden, bin aber gleichermaßen kreativ, wenn es um Weihnachten geht … der Geruch von Zimtsternen und Organgentees, die geschmückten Fensterfassaden in der Innenstadt und Schneeflocken am heiligen Abend, lassen mein Herz höher schlagen
  • Montag? Der schlimmste Tag der Woche: Grauenhaft … gegen 6 Uhr endet für mich das Wochenende, welches von Schlafen, Essen und Fernsehen dominiert war, und der Gang zum Campus steht bevor. Müde und schlechtgelaunt tabse ich durch die Strassen und U-Bahnschächte der hektisch wirkenden bayrischen Metropole um pünktlich die Hochschulbank zu drücken …

Mein Leben: Geprägt von Garfield … 

Selbstverständlich bestimmt Garfield auch sonst mein Studentenleben: Poster an der Wand, DVDs zu den beiden Filmen im Schrank, StudiVZ-Gruppe und stapelweise Comic-Stripes meines Stars im Bettkasten, fallen jedem Besucher direkt ins Auge, wenn er in mein Stundetenzimmerchen eintritt.

Und natürlich nutze ich auch einen Messenger, mit dem ich mich als Garfield auf dem Desktop meiner Kontakte präsentiere …  🙂

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Gestern war es also soweit: Impftermin. Ich war mit meiner Tochter, 14 Monate alt, zum ersten Mal alleine beim Arzt.

Bisher hat dies meine Frau übernommen und eigentlich hoffte ich insgeheim darauf, dass mir diese Qualen eines sorgenden Papas, der selbst kein Blut sehen kann und Angst vor Spritzen hat, erspart bleiben.

Da ich aber gestern später auf die Arbeit ging, weil meine Frau nach einer Pause wieder zu studieren anfing und wir uns die Pflege unserer Tochter brüderlich teilen, musste ich wohl oder über in diesen sauren Apfel beißen.

Ich setzte also meine Tochter in den Kinderwagen und ab ging die Fahrt zum Kinderarzt. Bewaffnet mit dem Impfpass und der mütterlichen Eingabe „Frag den Arzt noch nach der Zeckenschutz-Impfung“ ruderte ich durch die Straßen unserer Gemeinde. Den ganzen Weg über fragte ich mich: „Was soll ich tun, wenn die Kleine anfängt zu weinen und nicht mehr aufhört?“

Dort angekommen, verfrachtete uns die Arzthelferin auch schon gleich im Sprechzimmer und die Sekunden bis zum großen Moment, und der Arzt das Zimmer betritt, kamen immer schneller auf Anastasia und mich zu. Schweissgebadet. Hochroter Kopf.

Nachdem ich mit dem Arzt die Formalien geklärt hatte, und er der Helferin die Anweisung gab zwei Spritzen vorzubereiten, wurde ich immer unruhiger. Allein der Gedanke daran, dass diese „Monster“-Nadeln sogar in beide Oberarme meiner Kleinen gerammt werden sollten, rief „Horrorszenarien“ in meinen wirren Gehirnwindungen hervor und ließ mich zurückdenken, als ich ein kleiner Junge war und das gesamte Personal der Praxis beanspruchte um mir eine „Tetanus-Spritze“ in den aller Wertesten zu bohren.

Mit schwitzigen Händen schob ich die Ärmelchen meiner Tochter nach oben und konnte gar nicht hinsehen, als der Arzt die „Killer“-Spritzen in die dünnen Oberärmchen jagte.

Doch was war das? Kein Ton, kein Piepsen, kein Weinen? Absolut gar nichts.