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Am frühen Nachmittag des 12. Juli 2007 ist bei der DENIC der Registrierungsauftrag für eine besondere .de-Domain bearbeitet worden. Mit www.pressious.de wurde die „Schnapszahl“ von 11.111.111 .de-Domains erreicht.

Der Domaininhaber ist der Inhaber einer Druckerei aus Westfalen.

Als ich diese Meldung auf N24 gelesen habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Eine 18-jährige frischgebackene Abiturientin sorgt gerade mit der Versteigerung ihrer Jungfräulichkeit in Blogs von Großbritannien bis in die Türkei für große Aufregung. Das Mindestgebot liege bei umgerechnet knapp 15.000 Euro, so viel fordere das Mädchen, denn es will damit die Gebühren für sein Medizinstudium bezahlen: 

„Ich bin eine 18-jährige Jungfrau, die Studiengebühren zu zahlen hat und möchte hier mein erstes Mal verkaufen. Ich bin brünett, 75 C, grüne Augen, gut gebaut und gut aussehend.“

Dass Studenten bereits auf den Plan gekommen sind zu strippen um Ihre Studiengebühren zahlen zu können, habe ich bereits an anderer Stelle berichtet. Doch dass Studentinnen sich jetzt wie Frischfleisch im Netz zum Verzehr anbieten, ist doch etwas befremdend. Vielleicht sollte man die junge Dame mal auf mögliche Risiken hinweisen?

  • Wird sich dieser Trend noch weiter fortsetzen?
  • Oder ist das nur ein „Marketing-Gag“ einer Prostituierten, die auf „arme Studentin macht“ um höhere Gebote zu bekommen?

Nachdem ich mich in einem vorangegangen Blog-Beitrag mit einer nahenden Trendwende: „Das World Wide Web wird 3D“ befasst habe, stellt sich mir nun auch die Frage, ob die Blogosphere vor einem Wandel steht.

In den USA, aber auch schon hier in Deutschland, haben sich einige Blogs zu richtigen Massenmedien aufgeschwungen, die mit mehreren Autoren, mehr Leser erreichen als etablierte Zeitungen. Als Meinungsmacher (und Stimme des Volkes) weltweit anerkannt, greifen traditionelle Medien, wie Zeitungen und Fernsehen, immer häufiger, die in der Blogosphere heiß diskutierten Themen auf und schließen sich meist der dort überwiegenden Meinung und Stimmung an. 

Aber nicht nur die Presse wurde auf diese neue Darstellungsform aufmerksam.

Web 2.0: Untereinander Vernetzen ist alles! 

In Mitten dieser von Wiki’s und Weblogs geprägten Internetlandschaft erkannten vor ca. 4 Jahren auch Firmen (vor allem in den USA) ihre einmalige Chance den Mitmachgedanken des Web 2.0 in bare Münze umzuwandeln. Marketingtechnisch ist „Vom-Push-zum-Pull-Prinzip“ die Rede, bei dem untereinander vernetzte „unabhängige“ Leute, Webseiten von sich aus mit Inhalten füllen (siehe Wikipedia, YouTube, Flickr – allesamt erfolgreiche Projekte).

Mit Track-, Pingbacks, Blogrolls und Tags wurden den Weblog-Betreibern ausgeklügelte Vernetzungstechniken an die Hand gegeben, um ihre Eindrücke und Meinungen, komfortabel und themenbezogen im Web zu veröffentlichen. Neben speziellen Blog-Suchmaschinen (wie z.B. Technorati oder Google Blog-Suche) sorgte auch die mittlerweile übliche RSS-Feed-Funktion dafür, dass die mit Verlinkungen, Bildern und Videos gespickten Informationen in sekundeschnelle weltweit und direkt auf den Desktop interessierter Leser landen.

Was Mitte der 90er Jahre als „Online-Tagebücher“ für private Erlebnisse und persönlichen Erfahrungen startete, änderte sich jedoch schlagartig, als Blogs auch immer häufiger geschäftlich eingesetzt wurden. Ausgewählte Inhalte werden z.B. in sogenannten Coporate-Blogs oder durch „Berufs-Blogger“ zu Werbezwecken ins Social Web geblasen und einer breiten Öffentlichkeit vor die Nase gehalten.

„Berufs-Blogger“? Kann man denn mit bloggen Geld verdienen?

Robert Basic wollte im Januar 2007 den Beweis antreten und hat daraufhin seine Einnahmen veröffentlicht und andere Blogger dazu aufgerufen, ihm nachzueifern. Das Ergebnis für den Monat Mai 2007, ermittelt aus Daten von 117 Blogs, veröffentlichte er in einer Zusammenfassung in seinem Blog. Die teilnehmenden Blogs waren im Schnitt 13 Monate alt, verzeichneten 257.000 Page-Impressions pro Monat und 544 EUR (für einen „mittleren Blog“ lag das Mittel bei ca. 66 EUR) an Einnahmen. Gleich mehrere Ausreißer brachten es gar auf über 10.000 Euro pro Monat, und ließen daher die Statistik etwas ungleichmäßig ausfallen.

Das Interessante dabei ist, dass neben den altbekannten Affiliate-Partnerprogrammen, wie Google AdSense, ebay Relevance Ad und Amazon, die wir von herkömmlichen Webseiten kennen, auch sogenanntes Paid Blogging auftaucht – „bezahltes Bloggen“.

Paid Blogging – Rezensieren für Kohle?

Der Einfall, mit den Bloggern ein Geschäft zu machen, stammt von Ted Murphy (PayPerPost). Die Idee ist denkbar einfach: Blogger können sich für ein paar Zeilen Schleichwerbung einen netten Nebenverdienst sichern. Wie die Blogger moralisch mit der eingebetteten Werbung umgehen, ob sie den Inhalt also als Werbung kennzeichnen, sei ihnen selbst überlassen.

Einen anderen Weg geht ReviewMe. Zum einen muss der Blogger seinen Lesern mitteilen, dass es sich um Werbung handelt und zum anderen ist er nicht gezwungen eine positive Bewertung zu geben. Er kann seine eigene Meinung zu einem Produkt geben. Auch eine negative Meinung.

Widerspricht das nicht dem Grundgedanken des Bloggens?

Als die ersten deutschsprachigen Blogger bezahlte Blog-Berichte (und diese auch als solchen kennzeichneten) veröffentlichten, ging ein großer Aufschrei durch die Blogosphere. Es seien „Nestbeschmutzer“ und sie würden „ihre Seele an den Teufel verkaufen“. Doch wieso eigentlich?

  • Was ist daran verwerflich, wenn man den „Werbeblock“ als solches kennzeichnet?
  • Ist es nicht viel schlimmer, wenn man es nicht tut und dadurch unterschwellig Werbung betreibt?

Dass man bei vielen Lesern und Themen auch gut recherchieren muss und viel Zeit investiert, dürfte uns allen klar sein. Wenn man obendrein sowieso über ein bestimmtes Thema schreiben möchte und dazu eine Angebot findet, das einem unter bestimmten Bedingungen auch noch Geld dafür anbietet, ist das doch völlig legitim, oder?

Das Web 2.0 entpuppt sich als eine gewaltige Marketing-Maschinerie, die nur noch angeworfen werden muß.

Dies erkannte auch Novartis/Harris Interactive und gab als Schlussfolgerung zu ihrer 14. NetObserver-Studie an werbewillige Unternehmer folgende Empfehlung weiter:

Um Jugendliche unter 25 in ihrem bevorzugten Medium zu erreichen, ist es für Werbetreibende notwendig, ihre Werbestrategie an die Onlinekommunikation der jungen User anzupassen.

Interaktive (z.B. durch Spiele) oder „User Generated“-Werbung, ebenso wie virales Marketing sind daher die Marketingsstrategien, auf die Werbetreibende im Internet setzen sollten, um ihre junge Zielgruppe zu erreichen und die Effektivität ihrer Kampagnen zu steigern.

Da junge User die hautsächlichen Nutzer von Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Podcasts oder Community-Websites wie MySpace darstellen, wird die Gratwanderung für E-Marketer deswegen darin bestehen, Alternativen zu den klassischen Bannerformaten zu finden, ohne zu störend in diese „privaten“ Userbereiche einzudringen.

Wie ist Eure Meinung hierzu?

  • Würdet Ihr Euch für einen Bericht zu einer Firma / einem Produkt bezahlen lassen?
  • Und unter welchen Bedingungen würdet Ihr gegen Bares rezensieren?

Jugendliche unter 25 sind nicht nur häufiger auf Blogs und Community-Webseiten (wie StudiVZ, MySpace, Facebook) zu finden als ältere Internetuser, sie nutzen das Web auch häufiger zur Selbstdarstellung auf diesen Plattformen. Das ist unter anderem das Ergebnis der 14. NetObserver-Studie von Novatris/Harris Interactive.  

Im Rahmen eines Seminars „Theaterwelten in Internet und mobilen Technologien“ an der Uni Bayreuth haben sich 3 Studentinnen als Ziel gesetzt, das Verhalten von Studenten im Studentenverzeichnis StudiVZ zu untersuchen. Dabei richten sie besonderes Augenmerk auf die Themen „Selbstinszenierung“ und „Authentizität„.

Sie wollen heraus finden, inwiefern es ein menschliches Bedürfnis nach Selbstinszenierung gibt und ob bzw. in welcher Art und Weise das StudiVZ eine Plattform für das Ausleben dieses Bedürfnisses bietet:

  1. Ist es, aufgrund des immer mobileren Lebens, erforderlich, dass man ehemals persönliche Kontakte auf einer virtuellen Ebene pflegt?
  2. Wohin geht das StudiVZ?
  3. Welche sozialen Entwicklungen werden wohin führen?
  4. Ist das StudiVZ ein Konzept was auf Dauer funktioniert?

Das sind nur einige Fragen, die sich die Studenten bei ihrer Untersuchung stellen werden. Auf http://studivz07.blog.de/ wollen sie einerseits ihre Forschungsergebnisse aus diversen Umfragen präsentieren und andererseits zum Diskutieren und Weiterdenken anregen wollen.

In einer ersten Online-Umfrage ihres Feldversuches stellen die Studentinnen allgemeine Fragen, wie z.B. das Online- und Nutzerverhalten im StudiVZ. Eure rege Teilnahme vorausgesetzt, warte ich gespannt auf die Ergebnisse dieser Studie. 🙂

Die mittlerweile in fünf Bundesländern erhobenen Studiengebühren stoßen bei den Studenten weiterhin auf große Skepsis. Wie aus der Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart hervorgeht, gehen 71,2 Prozent der Gebührenzahler davon aus, dass es trotz der Geldbeiträge zu keiner Verbesserung der Lehre kommt.

Glaube an Verbesserung

Uni-Vergleich: Vergleichsweise optimistisch sind die Studierenden der Universität Hannover und RWTH Aachen (an eine Verbesserung glauben 52 % und 50,9 %). Ausgesprochen pessimistisch sind dagegen die Gebührenzahler der Universität Oldenburg und HafenCity Universität Hamburg (an eine Verbesserung glauben nur 9,5 % bzw 6,9 %).

Länder-Vergleich: Unter den Ländern zeigt sich das gleiche Nord-Süd-Gefälle wie bei der Grundeinstellung zu Studiengebühren: Die meisten Optimisten befinden sich noch in Bayern und Baden-Württemberg (an eine Verbesserung glauben 35,5 % bzw. 31,2 %), im Anschluss folgen die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (an eine Verbesserung glauben 28,1% bzw. 26,3 %). Schlusslicht in Sachen Zukunftsglauben bildet Hamburg (an eine Verbesserung glauben 13,1 %).

Fächer-Vergleich: Im Fächervergleich befinden sich die meisten Optimisten noch unter den Studierenden der Rechts-/Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (an eine Verbesserung glauben 34 %). Besonders niedrig ist die Quote in den Fächern Sport und Kunst/Kunstwissenschaften (an eine Verbesserung glauben 22,3 % und 21,4 %).

Informationspolitik und Transparenz 

Uni-Vergleich: Als vorbildlich schätzen die Gebührenzahler die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ein, gefolgt von Regensburg und Konstanz (informiert fühlen sich 70,5 % und 67,3 % bzw. 67 %). Schlusslichter sind die Universitäten Düsseldorf, Stuttgart, TU Hamburg-Harburg sowie HafenCity Universität Hamburg (informiert fühlen sich nur 8,2 % und 9,2 % bzw. 10,2 % an der TU Hamburg-Harburg und 10,9 % an der HafenCity Universität Hamburg).

Länder-Vergleich: Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Bayern (informiert fühlen sich 47,6 %). Mit großem Abstand folgen an zweiter Stelle die Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg (informiert fühlen sich 39,3 % bzw. 34,4 %). Schlusslichter sind Nordrhein-Westfalen und Hamburg (informiert fühlen sich 21,7 % bzw. 12,7 %).

Studiengeschwindigkeit

Uni-Vergleich: Zu einem Effekt der Studiengebühren gehört, dass sich eine knappe Mehrheit der Gebührenzahler gezwungen sieht, ihr Studium in kürzerer Zeit zu absolvieren. Bundesweit bejahen 60,1 Prozent diese Frage. Den größten Ansporn verspüren Studierende an den Universitäten Hildesheim (schneller studieren wollen 78,8 % bzw. 78,2 %), geringsten Ansporn liefern Studiengebühren den Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hannover und TU Hamburg-Harburg (schneller studieren wollen 46,2 % bzw. 42,9 %).

Länder-Vergleich: Im Ländervergleich zeigt sich, dass gerade die Studierenden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gefolgt von denen in Bayern, in den Studiengebühren einen Ansporn sehen, schneller zu studieren (63,3 %, 62,7 % bzw. 60,6 %). Die Studenten in Baden-Württemberg und Hamburg folgen auf den anschließenden Plätzen (54,8 % bzw. 50,3 %).

Fächer-Vergleich: Unter den verschiedenen Studienfächern sind vor allem Studierende mit Sport sowie Agrar-/Forst- und Ernährungswissenschaften und Sprach-/Kulturwissenschaften betroffen (schneller studieren wollen 73,1 % und 67,7 % bzw. 67,9 %). Geringsten Ansporn für Beschleunigung durch Studiengebühren findet sich in den Fächern Humanmedizin, Ingenieurwissenschaften und Veterinärmedizin (schneller studieren wollen 54,8 % und 51,9 % bzw. 49 %).

Vorbildlich: Uni Hohenheim sorgt für Transparenz

Die Universität Hohenheim hat erste Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen: In Zukunft werden dort alle Bücher, PCs, Beamer und Laborgeräte, die durch Studiengebühren finanziert wurden, gekennzeichnet. Ein Aufkleber mit dem Slogan „finanziert aus Studiengebühren“ soll den Studenten bewusst machen, dass die Gelder sinnvoll angelegt wurden.

Das Web oder WWW (oftmals fälschlicherweise als „Internet“ bezeichnet) entstand 1989 als Projekt am CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Genf, an dem Tim Bernes-Lee ein Hypertext-System aufbaute, um Forschungsergebnisse auf einfachste Art und Weise mit Kollegen und anderen Instituten auszutauschen. Eine sehr gute und informative Quelle über die Entstehungsgeschichte des „World Wide Web“ findet sich hier.

SecondLife / World of Warcraft: Virtuelle Welten entstehen …

Wohingegen noch vor wenigen Jahren das Internet nichts anderes war als ein Platz an dem E-Mails, Dateien und Informationen ausgetauscht wurden, entstehen mittlerweile immer mehr virtuelle Welten wie Second Life oder World of Warcraft. Durch die Verknüpfung mit dem Mitmachgedanken des  Web 2.0 können die User eigene Objekte erstellen, in die Landschaft integrieren und mit anderen Usern (die im 3D-Web dann durch Avatare oder 3D-Identitäten repräsentiert werden) austauschen. 

PKR.COM: Online-Pokern in 3D

PKR ist derzeit einer der angesagtesten neuen Online-Pokerräume, dessen Beta-Version im Juni 2006 hervorragende Bewertungen erhalten hat. Hier haben die Spieler die Möglichkeit, für alle Aspekte des Spiels ihre eigene Persönlichkeit zu kreieren. Sogar die Spielerfiguren lassen sich individuell gestalten. Der Pokerspieler legt die Frisur, Gesichtszüge, Kleidung und zahlreiche andere Eigenschaften seiner persönlichen Spielerfigur selbst fest.

Am Pokertisch kann ein Spieler seine Figur u. a. weinen und klatschen lassen, wodurch das bisher schnörkellose Bildschirmspiel an Charakter gewinnt. Des Weiteren können Spieler den Kamerawinkel verändern und so aus einer beliebigen Perspektive auf die Pokertische blicken.

SpaceTime: eine neue Art des Webbrowsing

Mit SpaceTime soll das Browsen im Web künftig dreidimensional werden. Bei diesem, sich noch in der Beta-Phase befindlichen Browser eines New Yorker StartUps, wechselt man zwischen den Seiten in einer 3D-Ansicht und nicht wie bei Firefox oder Internet Explorer per Tabs.

Das kostenlose Programm unterstützt mit seiner 3D-Ansicht mittlerweile unter anderem eBay, Google oder Flickr, so dass man zwischen den Seiten und Angeboten in der 3D-Ansicht wechseln kann.

ComBOTS: 3D-Instant Messaging

Ein völlig neues Gefühl des Instant Messaging will ComBOTS seit März 2007 seinen Nutzern vermitteln. Wohingegen bei gebräuchlichen Instant Messagern, wie z.B. ICQ / MSN / Yahoo! und Jabber, die Anwendung in Form einer Buddyliste im Vordergrund steht, wird auch hier jeder eingeladene Kontakt als 3D-Avatar auf dem Desktop dargestellt.

Neben der Möglichkeit über diese Avatare die übliche Dienste wie Chat, Telefonie und Datentransfer anzusteuern, kann der Nutzer darüber hinaus auch seine Gefühlslage wie z.B. Verliebt-Sein, Trauer, Wut zum Ausdruck bringen.

Da der kostenlose Kommunikationsdienst mittlerweile auch auf dem Handy zur Verfügung steht, verlassen die Avatare bereits das World Wide Web und nehmen auch in unserer Arbeitswelt und jenseits des Internets Gestalt an. 

3D MailBox: Erweckt E-Mails zum Leben

Vor kurzem ging auch der erste 3D-E-Mail-Client online: 3D MailBox. Ganz nach den Vorbildern bekannter virtueller Welten, befreit uns der amerikanische Hersteller von der Tristesse von nicht animierten 2D-Mails aus der ersten Welt.

Die ungelesenen EMails schwimmen in Form von braungebrannten Bikini-Schönheiten (wahlweise auch Baywatch-Jungs) noch im Swimmingpool. Solange, bis man eine Schönheit anklickt und sich prompt ihr tadelloser Körper elegant in den Liegestuhl begibt – zum Lesen natürlich. Gelöschte Mails vegetieren natürlich in der hintersten dunklen Ecke (gleich neben den Mülltonnen) dahin.

Spam? Klar Spam wird den Haien im offenen Meer vorgeworfen, denn das erste kostenfreie Level findet in Miami Beach bei Sonnenschein und 30°C im Schatten statt. 

Einmal weitergedacht …

Würden die oben erwähnten Firmen Hand-in-Hand arbeiten und Schnittstellen für ein standardisiertes Austauschformat von 3D-Objekten bereitstellen, ließe sich der Trend zum 3D-Internet noch weiter fortführen und gigantische Märkte könnten entstehen. Altbekannte Businessmodelle könnten neu aufbereitet und auch arrivierte Firmen darüber versuchen Geld zu verdienen:

  • Waren aller Art könnten produziert und unäbhängig von Onlinewelten veräußert werden

  • Schnittstellen zwischen den einzelnen Online-Welten könnten von Logistik-Unternehmen genutzt werden um Waren einzuführen, bzw. umzuschichten

  • etc., etc., etc. – der Phantasie sei hier keine Grenze gesetzt

Derzeit wird an vielen Orten der Welt über Alternativen zu den derzeitig bestehenden Onlineangebot ausgebrütet. Das Gerangel um die Marktführerschaft ist bereits in vollem Gange. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist z.B. IKEA, die bereits jetzt schon auf dem Weg ist ihre Möbelstücke einmal zu designen und in verschiedenen 3D-Shops oder 3D-Welten zu handeln.  

Alles nur Illusion oder Wahrheit?

Während etwa Sony und MTV hektisch Konkurrenzprojekte zu Second Life austüfteln, entwickeln andere Weltenbauer bereits die Standards für den zwischenweltlichen Verkehr. Statt in proprietären Lösungen à la Second Life gefangen zu sein, werden die Avatare sich dann grenzenlos zwischen den Spiel- und Arbeitswelten hin und her bewegen können:

Der Computerkonzern IBM, der einst die PC-Revolution verschlafen hat, macht gegenwärtig einen hellwachen Eindruck und bastelt am Industriestandard für die 3D-Welten des 21. Jahrhunderts: 3000 Mitarbeiter sollen an etwas arbeiten, das der Konzern in aller Bescheidenheit 3D-Internet nennt.

Wenn ich mir vorstelle was alles schon an historischen und aktuellen Daten existiert, mit dem man die reale Welt 1:1 virtuell abbilden und dann auch verändern kann, würde ich das schon gar nicht mehr „3D-Internet“ nennen. Denn eigentlich werden damit auch weitere Dimensionen, wie die Zeit und “Varianten” von Welten/Gebieten, erreichbar.

Ich beobachte die Entwicklung hier schon länger und bin sehr gespannt, was da auf uns zukommt.

Führt das nicht zu Einsamkeit, Sucht und aggressiven Verhaltensweisen?

Da ich Psychologie studiere reizt mich dieses Thema ganz besonders. Vorweg ist festzustellen, dass die öffentliche Berichterstattung oft negativ gefärbt ist. Von Flucht aus dem wahren Leben über soziale Isolation bis hin zur Suchtgefahr ist die Rede. Dass dieses einseitige Bild nicht stimmt, zeigen die Ergebnisse dieser Studien.

Entgegen der landläufigen Meinung ist das gesellschaftliche Engagement z.B. in der Politik nicht geringer als bei Leuten, die sich nicht in virtuellen Welten aufhalten. Die Nutzer betonen Werte wie Engagement und Selbstentfaltung, während sie Pflicht- und Akzeptanzwerte eher ablehnen. Sie ähneln sich in ihrem eher „gehobenen Bildungsniveaus, ihrer differenzierten Mediennutzung, alternativer Wohnformen und bestimmter Freizeitinteressen“.

Die Kommunikation in virtuellen Welten ist zudem „oft wichtiger als die Spielhandlung selbst“. Normen, Regeln und Hilfestellungen innerhalb virtueller Gruppen verstärken die soziale Integration. Die Bildung einer virtuellen Gruppe erfolgt in erster Linie aufgrund von ähnlichen Vorlieben und nicht, wie es im realen Leben oft der Fall ist, durch räumliche Nähe. Virtuelle Gemeinschaften scheinen entgegen ihrem schlechten Ruf keine Gefahr für die Gesellschaft darzustellen, sondern ein Zusatzangebot an Identifikationsmöglichkeiten zu bieten.
„Interessanterweise waren ausgerechnet diejenigen Befragten, die sich besonders skeptisch über virtuelle Welten äußerten, selbst am stärksten von der realen Gesellschaft entfremdet.“

Die Studie zeigt auch, dass „herkömmliche Theorien zur sozialen Identifikation problemlos auf die Verhältnisse in virtuellen Gemeinschaften übertragbar sind“.

In Berlin und Babelsberg will Hollywood-Star Tom Cruise den Film „Valkyrie“ drehen. Wie man hört, hat Cruise bereits in Wannsee eine gigantische Villa mit Landeplatz gekauft.

Der Film erzählt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und dem gescheiterten Hitler-Attentat. Aber es gibt Widerstand, das Projekt entwickelt sich zum Sorgenkind:  Drehorte werden ihm verweigert. Und Stauffenbergs Sohn ist entsetzt. 

Der Grund des Verbots? Vorbehalte gegen seine Zugehörigkeit zu Scientology.

Scientology ist in Deutschland nicht als Religion anerkannt, sondern die Gruppierung fällt unter den Begriff ‚Sekte‘, die laut Regierung vor allem eins im Sinne hat: Geld machen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, dass „ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich ist, wenn Stauffenberg von Tom Cruise, einem bekennenden Scientologen, gespielt wird“.

Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: 

Am 19. Juli 2007 sollen die Dreharbeiten für Bryan Singers nächstem Film „Valkyrie“ in Babelsberg beginnen, im dem auch Tom Cruise eine der Hauptrollen übernehmen wird. Das Thema des für 2008 geplanten Kinostreifens soll die „Operation Walküre“ sein. 

Operation Walküre?

Die „Operation Walküre“ war ursprünglich ein Plan der Wehrmacht zur Unterdrückung eines möglichen Aufstandes im Zweiten Weltkrieg. Soldaten des Ersatzheeres sollten dabei kriegswichtige Punkte in Berlin und anderen größeren Städten besetzen und gegen Aufständige vorgehen. Walküre konnte nur der Führer selbst und der Chef des Ersatzheeres, Friedrich Fromm, ausrufen. Henning von Tresckow und Claus Schenk Graf von Stauffenberg erkannten die Schwachstelle des Plans. Sie setzen auf die Wehrmacht und passten den Plan Walküre ab 1943 für die Bedürfnisse eines geplanten Attentats auf Adolf Hitler unauffällig an, so dass auch zugehörige, zentrale Personen der SS, dem SD, der Gestapo und der NSDAP verhaftet worden wären.

Daraufhin haben Graf Stauffenberg und seine Mitstreiter versucht am 20. Juli 1944, Adolf Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ mit einer Sprengladung, die in einer Aktentasche versteckt war, zu töten. Das Attentat schlug fehl, Stauffenberg wurde wenig später im Ehrenhof des heutigen Verteidigungsministeriums, Bendlerblock, erschossen.

Parteienübergreifende Mobilmachung …

Nachdem bekannt wurde, dass der bekennende Scientologe Tom Cruise die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernehmen möchte, meldeten sich zahlreiche Politiker zu diesem Vorhaben zu Wort: 

Es sei „ein Schlag ins Gesicht aller aufrechten Demokraten, aller Widerstandskämpfer im Dritten Reich, aller Opfer der Scientology-Sekte“, wenn ausgerechnet Tom Cruise, der Mitglied einer Sekte sei, die mit „dubiosen Methoden versucht, Menschen zu ködern und gefügig zu machen“, schreibt Klaus Uwe Benneter, Justiziar der SPD-Bundestagsfraktion, auf seinen Internetseiten.

Nach Auskunft der Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Antje Blumenthal, habe Verteidungsminister Franz Josef Jung (CDU) zugesichert, dass man einem „ranghohen Scientologen in einem Bundesgebäude“ keine Drehgenehmigung erteilee. Dies würde einer bundespolitischen Anerkennung gleichkommen.

… auch die Familie macht mobil

Der älteste Sohn des Widerstandskämpfers, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, hat sich ebenfalls gegen die Darstellung seines Vaters durch den Hollywood-Schauspieler Tom Cruise in einem neuen Film ausgesprochen:

Er soll seine Finger von meinem Vater lassen„, sagte Stauffenberg der Süddeutschen Zeitung. „Er soll einen Berg besteigen oder in der Karibik surfen gehen. Es ist mir wurscht, solange er sich da raushält.“ Zudem befürchte er, „dass da ein grauenvoller Kitsch rauskommt„.

Gleichwohl räumte der Stauffenberg-Sohn ein, dass er den Film wohl nicht verhindern könne, da es sich bei Oberst Stauffenberg um eine Person der Zeitgeschichte handle. „Ich habe eine Zeitlang gehofft, dass das alles nur ein Publicity-Gag von Herrn Cruise ist„, sagte der pensionierte Generalmajor der Bundeswehr. Schritte plane er aber nicht. Sein Vater sei nun einmal eine Person der Zeitgeschichte: „Verhindern kann ich diesen Film ohnehin nicht.

Tom Cruise kontert, denn er „verehre Stauffenberg“ …

Nun reagierten Tom Cruise und seine Produktionspartnerin Paula Wagner auf das Verbot des Verteidigungsministeriums an Originalschauplätzen, wie dem Innehof des Bendlerblocks drehen zu dürfen: 

„Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, möchte ich erklären, dass Valkyrie ein historisch korrekter Thriller ist, der den Widerstand des Helden aus dem 2. Weltkrieg, Oberst Claus Schenk von Stauffenberg, als die heroische und prinzipiengetreue Figur darstellt, die er war … Cruises persönliche Überzeugungen haben absolut keinen Bezug zu Handlung, Themen oder Inhalt des Films. Tom bewundert diesen Mann und möchte ihm gerecht werden, unter anderen durch Dreharbeiten an Originalschauplätzen“

Doch der Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums, Harald Kammerbauer, bleibt weiterhin hart. Wird Stauffenberg von einem Anhänger einer Sekte gespielt, bei der die Geldmacherei oberste Priorität hat, sei ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und ob Cruise vor der Leinwand steht!

Was glaubt Ihr, wird Bryan Singers Film dennoch mit Tom Cruise in der Hauptrolle auf den Leinwänden zu sehen sein? Oder wird kurzfristig ein anderer die Rolle übernehmen?

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