aus aller Welt


Stefan arbeitet gerade auf seiner Homepage an einem Reisebericht seines Philippinen-Urlaubs. Viel Spass beim Lesen …

Als kleinen Vorgeschmack seht Ihr hier schon einmal, was dieser Reisebericht alles enthalten wird:

  • Manila
    • Malate Pensione
    • Diverse Malls
    • Ausflüge um Manila (Pagsanjan Falls und Tagaytay)
    • Rizal Park und Fort Santiago
    • Von abenteuerlichen Taxifahrten bin hin zu leckeren Mahlzeiten
  • Nord Luzon / Cagayan Valley
    • 12 Stunden Busfahrt
    • Aufenthalt bei den Verwandten in der Provinz
    • Calao Cave
    • Santa Ana
    • Ar-Aro Cave
  • Mindoro / Puerto Galera / Aninuan Beach
    • Anreise mit Si-Kat Bus/Fähre
    • Tamaraw Beach Resort
    • Badeurlaub an einem super Strand

1992 kaufte sich die damals 79-jährige Stella Liebig bei McDonald’s einen Becher Kaffee. Da sie ihn jedoch nicht sofort austrank, erfreuen uns alljährlich die nach ihr benannten Stella-Awards:

Wie bitte?

Ja, Du hast richtig gelesen. Denn Stella setzte sich mit dem Kaffee an das Steuer ihres Autos – den Pappbecher dabei zwischen ihre Oberschenkel geklemmt – und fuhr los. Beim ersten Manöver schwappte das Heißgetränk über, und Stella Liebig verbrühte sich schmerzhaft an sonst nicht so leicht zugänglichen Stellen. Grund genug für die Dame, mittels ihrer Anwälte McDonald’s zu verklagen – immerhin hätte ihrer Meinung nach der Fastfood-Konzern auf die Temperatur des Kaffees hinweisen und vor dieser unsachgemäßen Transportvariante warnen müssen. Ein Gericht sah das ähnlich und sprach ihr daraufhin 2,9 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu.

In Folge dessen wurde der Stella Award ins Leben gerufen, welcher Personen ehrt, die in unberechtigter oder zumindest kurioser Weise gerichtlichen Schadensersatz forderten und zum Teil auch erhielten.

Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2006 (bei Stern.de):

Obwohl Allen Ray Heckard fast acht Zentimeter kleiner, 25 Pfund leichter und acht Jahre älter als Ex-Basketball-Star Michael Jordan ist, behauptet der Mann aus Portland, Oregon, dass er Jordan ziemlich ähnlich sieht – und man ihn oft mit ihm Jordan verwechselt. Daraus leitete Heckard einen Anspruch auf 52 Millionen Dollar ab, die er für „Beleidigung und andauernden Schaden“ wollte, außerdem forderte er zusätzliche 364 Millionen Dollar als Schadensersatz für „seelischen Scherz und Leiden“. Die gleiche Summe verlangte er auch noch von Nike-Mitbegründer Phil Knight und kam so auf den üppigen Betrag von 832 Millionen Dollar. Allerdings ließ er die Klage fallen, nachdem die Nike-Rechtsanwälte eine Runde mit ihm gequatscht hatten und ihm wahrscheinlich erklärten, was sie alles von ihm einklagen würden, wenn er mit dem Unsinn nicht aufhört.

Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2005 (bei Stern.de):

Professionelle Zauberkünstler verwirren Christopher Roller. Deshalb verklagte er die beiden US-Star-Magier David Blaine und David Copperfield zur Herausgabe ihrer Berufsgeheimnisse – oder sie müssen ihm zehn Prozent ihrer lebenslangen Einnahmen zahlen. Das wäre bei David Copperfield immerhin ein geschätzter Streitwert von 50 Millionen US-Dollar und auch bei David Blaine würden immer noch zwei Millionen US-Dollar fließen. Die Grundlage dieser Klage ist so schlicht, wie überzeugend: Roller behauptet, dass die Zauberer den Regeln der Physik trotzen, und somit „göttliche Kräfte“ einsetzen. Aber da Roller (zumindest nach eigenen Angaben) GOTT ist, stehlen ihm die beiden „irgendwie“ diese Kraft.

 Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2004 (bei Stern.de):

Mary Ubaudi aus Madison County, Illinois, war Beifahrerin eines Wagens, der bei einer Spritztour als Totalschaden endete. Die Schuld dafür schob sie auf die profitabelst mögliche Geldquelle, die verfügbar war: Mazda Motors, Erbauer des Unglücksautos. Ubaudi verlangte „mehr als 150.000 US-Dollar“ vom Autobauer, mit der Begründung Mazda „hätte es unterlassen, eine Anleitung für den gefahrlosen und korrekten Gebrauch der Sicherheitsgurte bereitzustellen“. Man hofft natürlich, dass die Mazda-Anwälte sie vor Gericht schwören lassen werden, dass sie noch nie zuvor Sicherheitsgurte angelegt hat. Noch, dass sie jemals mit einem Flugzeug geflogen ist und dass sie zu dumm ist, um herauszufinden, wie man einen Sicherheitsgurt anlegt.

Sieger des „True Stella Award“ im Jahre 2003 (bei Stern.de)

Marcy Noriega, Polizeibeamtin aus Madera, setzte einen Verdächtigen wegen einer Lappalie mit Handschellen gefesselt auf den Rücksitz ihres Einsatzwagens. Als dieser begann, gegen die Autoscheiben zu schlagen, wollte Noriega ihn mit ihrem „Taser“ bändigen. Unglaublicherweise nahm sie aber nicht ihre Betäubungspistole aus dem Gürtel, sondern zog ihre Dienstwaffe aus dem Halfter und schoss dem Mann in die Brust – worauf er sofort tot war. Nun sagt die Stadt Madera in Kalifornien aber, die Tötung sei nicht der Fehler der Polizeibeamtin und argumentiert „dass jeder vernünftige Polizist versehentlich die Dienstwaffe statt der Betäubungspistole ziehen könnte“. Deshalb verklagte die Stadt den Hersteller der Betäubungspistole „Taser International“ mit dem Ziel, dieser solle für jede Forderung aus dem Rechsstreit geradestehen, den die Familie des Getöteten angestrengt hatte.Was für eine Verunglimpfung gut ausgebildeter Polizisten, die sehr wohl den Unterschied zwischen einem echten und einem falschen Revolver erkennen können. Und was für ein feiger Versuch sich vor der Verantwortung für die Handlungen der eigenen, schlecht ausgebildeten Beamten zu drücken!

Redmond (USA, Achse des Blöden): Die Microsoft Corporation schließt sich den für morgen geplanten Streiks der GDL an. Mithilfe eines einzigartigen Windows Updates werden morgen alle Windows-Computer ständig Fehlermeldungen produzieren und die Züge sollen nicht mehr zuverlässig fahren. „Für den Normalbenutzer ändert sich damit nichts“, kommentierte ein Sprecher des Konzerns.“

gefunden bei: Lennarts Literarische Lebensweisheiten 

In Berlin und Babelsberg will Hollywood-Star Tom Cruise den Film „Valkyrie“ drehen. Wie man hört, hat Cruise bereits in Wannsee eine gigantische Villa mit Landeplatz gekauft.

Der Film erzählt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und dem gescheiterten Hitler-Attentat. Aber es gibt Widerstand, das Projekt entwickelt sich zum Sorgenkind:  Drehorte werden ihm verweigert. Und Stauffenbergs Sohn ist entsetzt. 

Der Grund des Verbots? Vorbehalte gegen seine Zugehörigkeit zu Scientology.

Scientology ist in Deutschland nicht als Religion anerkannt, sondern die Gruppierung fällt unter den Begriff ‚Sekte‘, die laut Regierung vor allem eins im Sinne hat: Geld machen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, dass „ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich ist, wenn Stauffenberg von Tom Cruise, einem bekennenden Scientologen, gespielt wird“.

Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: 

Am 19. Juli 2007 sollen die Dreharbeiten für Bryan Singers nächstem Film „Valkyrie“ in Babelsberg beginnen, im dem auch Tom Cruise eine der Hauptrollen übernehmen wird. Das Thema des für 2008 geplanten Kinostreifens soll die „Operation Walküre“ sein. 

Operation Walküre?

Die „Operation Walküre“ war ursprünglich ein Plan der Wehrmacht zur Unterdrückung eines möglichen Aufstandes im Zweiten Weltkrieg. Soldaten des Ersatzheeres sollten dabei kriegswichtige Punkte in Berlin und anderen größeren Städten besetzen und gegen Aufständige vorgehen. Walküre konnte nur der Führer selbst und der Chef des Ersatzheeres, Friedrich Fromm, ausrufen. Henning von Tresckow und Claus Schenk Graf von Stauffenberg erkannten die Schwachstelle des Plans. Sie setzen auf die Wehrmacht und passten den Plan Walküre ab 1943 für die Bedürfnisse eines geplanten Attentats auf Adolf Hitler unauffällig an, so dass auch zugehörige, zentrale Personen der SS, dem SD, der Gestapo und der NSDAP verhaftet worden wären.

Daraufhin haben Graf Stauffenberg und seine Mitstreiter versucht am 20. Juli 1944, Adolf Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ mit einer Sprengladung, die in einer Aktentasche versteckt war, zu töten. Das Attentat schlug fehl, Stauffenberg wurde wenig später im Ehrenhof des heutigen Verteidigungsministeriums, Bendlerblock, erschossen.

Parteienübergreifende Mobilmachung …

Nachdem bekannt wurde, dass der bekennende Scientologe Tom Cruise die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernehmen möchte, meldeten sich zahlreiche Politiker zu diesem Vorhaben zu Wort: 

Es sei „ein Schlag ins Gesicht aller aufrechten Demokraten, aller Widerstandskämpfer im Dritten Reich, aller Opfer der Scientology-Sekte“, wenn ausgerechnet Tom Cruise, der Mitglied einer Sekte sei, die mit „dubiosen Methoden versucht, Menschen zu ködern und gefügig zu machen“, schreibt Klaus Uwe Benneter, Justiziar der SPD-Bundestagsfraktion, auf seinen Internetseiten.

Nach Auskunft der Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Antje Blumenthal, habe Verteidungsminister Franz Josef Jung (CDU) zugesichert, dass man einem „ranghohen Scientologen in einem Bundesgebäude“ keine Drehgenehmigung erteilee. Dies würde einer bundespolitischen Anerkennung gleichkommen.

… auch die Familie macht mobil

Der älteste Sohn des Widerstandskämpfers, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, hat sich ebenfalls gegen die Darstellung seines Vaters durch den Hollywood-Schauspieler Tom Cruise in einem neuen Film ausgesprochen:

Er soll seine Finger von meinem Vater lassen„, sagte Stauffenberg der Süddeutschen Zeitung. „Er soll einen Berg besteigen oder in der Karibik surfen gehen. Es ist mir wurscht, solange er sich da raushält.“ Zudem befürchte er, „dass da ein grauenvoller Kitsch rauskommt„.

Gleichwohl räumte der Stauffenberg-Sohn ein, dass er den Film wohl nicht verhindern könne, da es sich bei Oberst Stauffenberg um eine Person der Zeitgeschichte handle. „Ich habe eine Zeitlang gehofft, dass das alles nur ein Publicity-Gag von Herrn Cruise ist„, sagte der pensionierte Generalmajor der Bundeswehr. Schritte plane er aber nicht. Sein Vater sei nun einmal eine Person der Zeitgeschichte: „Verhindern kann ich diesen Film ohnehin nicht.

Tom Cruise kontert, denn er „verehre Stauffenberg“ …

Nun reagierten Tom Cruise und seine Produktionspartnerin Paula Wagner auf das Verbot des Verteidigungsministeriums an Originalschauplätzen, wie dem Innehof des Bendlerblocks drehen zu dürfen: 

„Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, möchte ich erklären, dass Valkyrie ein historisch korrekter Thriller ist, der den Widerstand des Helden aus dem 2. Weltkrieg, Oberst Claus Schenk von Stauffenberg, als die heroische und prinzipiengetreue Figur darstellt, die er war … Cruises persönliche Überzeugungen haben absolut keinen Bezug zu Handlung, Themen oder Inhalt des Films. Tom bewundert diesen Mann und möchte ihm gerecht werden, unter anderen durch Dreharbeiten an Originalschauplätzen“

Doch der Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums, Harald Kammerbauer, bleibt weiterhin hart. Wird Stauffenberg von einem Anhänger einer Sekte gespielt, bei der die Geldmacherei oberste Priorität hat, sei ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und ob Cruise vor der Leinwand steht!

Was glaubt Ihr, wird Bryan Singers Film dennoch mit Tom Cruise in der Hauptrolle auf den Leinwänden zu sehen sein? Oder wird kurzfristig ein anderer die Rolle übernehmen?

Unfassbar, soeben im Welt-Newsticker entdeckt:

Neu Delhi (dpa) – Ein verzweifelter indischer Vater will seine behinderten Töchter töten und hat Präsident Abdul Kalam in einem Brief um Erlaubnis dafür gebeten. Er habe keine andere Möglichkeit mehr, schrieb der 71-Jährige. Wie die Zeitung «The Indian Express» berichtet, schrieb der Mann, er und seine Familie bräuchten etwa 3000 Rupien im Monat zum Überleben. Doch nach zahlreichen Anträgen hätten ihm die Behörden lediglich eine Behindertenpension in Höhe von 500 Rupien für eine Tochter angeboten.

Ich lasse das man unkommentiert … und übergebe Euch meinen Stift.

Wer kennt sie nicht: die Losverkäufer am Telefon, die einem täglich und ungefragt zum „Glück verhelfen“ wollen und dabei doch nur auf Eines aus sind – die Bankverbindung um abzubuchen. 900.000 dieser unaufgeforderten Anrufe, sogenannte „Cold Calls“, schätzt der Bundesverband der Verbraucherzentralen, werden täglich von Callcentern aus geführt.

Mehr als 5500 Callcenter gibt es in Deutschland. In dieser Wachstumsbranche in der walter services (Ettlingen) und die SNT AG (Frankfurt am Main) als führende Unternehmen und Pioniere im deutschen Call-Center-Geschäft zählen, nimmt nur noch ein Drittel im Auftrag eines Unternehmens Anfragen, Beschwerden oder Anregungen von Kunden im Inbound-Geschäft entgegen. Zwei Drittel widmen sich teilweise oder vollständig dem sogenannten Outbound: Verkaufsgeschäfte. Lottolose, Zeitschriftenabonnements, Nahrungsmittel, Versicherungsverträge und Hedgefonds, die in den Widerrufsregeln des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) Ausnahmestellungen einnehmen, rücken hierbei besonders stark in den Fokus.  

(Hans-)Günter Wallraff, der in den 1960er- und 1970er-Jahren durch seine unkonventionellen Reportagen zur Arbeitsweise und den Arbeitsbedingungen von Unternehmen wie Gerling, Thyssen (Titel: Ganz unten), McDonalds und der BILD-Zeilung (Titel: Der Aufmacher. Der Mann, der bei Bild Hans Esser war) bekannt wurde, ist zurückgekehrt. Er recherchierte (wie einst) als Firmen-Mitarbeiter (bei CallOn in Köln und ZUI International in Köln) unter falscher Identität und veröffentlichte Ende Mai in der ZEIT einen sehr lesenswerten Bericht über die falschen und nicht immer legalen Verkaufstricks der Call-Center.

„Es ist nicht alles Gold was glänzt“

Wenn man Günter Wallraff glauben schenkt, wird in den Verkaufsgesprächen am Telefon skrupellos gelogen und darauf spekulliert, dass man diese Lügen nicht überprüfen könne:

„Behauptet, wir hätten vor Jahren schon mehrfach den Jackpot geknackt. Das können die ja doch nicht überprüfen.“

Bewaffnet mit ausgeklügelten „Argumentationshilfen“ und einem Katalog an Suggestivfragen, die auf die Lebensumstände eines jeden einzelnen und den Gesprächsverlauf abgestimmt seien, versuche man mit allen Mitteln nicht nur das Positive hervorzuheben, sondern den Angerufenen an „der Strippe“ zu halten und psychologisch geschult „umzubiegen“:

Hartz-IV-Empfängern und anderen Mittellosen sollen wir flüstern: „Auch Sie sollten endlich mal auf der Sonnenseite des Lebens stehen! Haben Sie nicht auch mal Lust, in die Karibik zu fahren? Unsere Mädels haben gerne den Spruch drauf: ‚Wenn Sie dann den Scheck von uns kriegen, fahren wir zusammen in die Karibik!“

Wer bei solchen Angeboten nicht „Nein, Danke“ sagen kann, lande schlussendlich bei der Frage zur Bankverbindung. Und auch hier gehe man äußerst geschickt vor:

„Wer zuerst von den Kosten redet, der kriegt die Bankverbindung nie. Wenn die fragen, wieso brauchen Sie denn meine Bankdaten? Ja, wir müssen schließlich wissen, wohin wir Ihnen den Gewinn überweisen! Die Reihenfolge ist wichtig. Und um die geht es, um nichts anderes, das müsst ihr im Schädel haben, Leute: die Bank, die Bank, die Bank.“ 

„Im Auftrag des Deutschen Jugendschutzes“

Windige Geschäftemacher finden tatsächlich noch dreistere Abzocken um beispielsweise Gastwirten – vorzugsweise ausländischen Kneipies – das Jugendschutzgesetz für 69 € zu verkaufen, welches man kostenfrei aus dem Internet herunterladen, ausdrucken und in Ikea-Bilderrahmen im Wert von EUR 4,50 stecke:

„Horst Müller ist mein Name. Ich rufe im Auftrag des Deutschen Jugendschutzes an. Jetzt gehen Sie erst mal nachschauen, von wann Ihre Jugendschutztafel überhaupt ist!“

Viele der Angerufenen haben sprachliche Defizite, sind leicht zu verunsichern und glauben, es mit einer Behörde zu tun zu haben, deren Anordnungen sie Folge leisten müssen:

„Jetzt hören Sie mir mal gut zu. 1985! Wir haben jetzt 2007. Die ist seit 22 Jahren ungültig! Wenn das Ordnungsamt kommt, zahlen Sie 300 Euro Strafe. Verstehen Sie, das sind Gesetze, Pflicht. Wir kommen sonst mit dem Ordnungsamt vorbei.“ Dann erklärt er mit verbindlicher Beamtenstimme: „Es handelt sich um eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 69 Euro. In drei Tagen wird Ihnen der Briefträger das neue Jugendschutzgesetz per Nachnahme bringen. Und tragen Sie dafür Sorge, dass es auch gut sichtbar aushängt.“

Fakt ist, dass ein Wirt, der sich trotz mehrfacher Aufforderung weigert, einen aktuellen Auszug des Jugendschutzgesetzes auszuhängen, mit einem Ordnungsgeld in Höhe von EUR 25 rechnen muss.

Und wieso greift Staat und Justiz hier nicht ein? 

Wer glaubt, dass diese „Arbeitsanweisungen“ schriftlich fixiert worden sind, der irrt. Diese schwarzen Schafe sichern sich gegen Kundenklagen besonders gut ab:

„Ich erkläre hiermit, dass alle geworbenen Kunden über die Modalitäten ausreichend von mir informiert worden sind und ich nur die wahrheitsgemäßen Zahlen, Daten und Fakten weitergegeben habe. Ich bin über meine Verpflichtung, den Kunden nur wahrheitsgemäß die Angaben zu übermitteln, ausreichend informiert worden.“

Unerwünschte Telefonwerbung gegenüber Privatpersonen in Form von Cold-Calls ist in Deutschland nach §7 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb eine „unzumutbare Belästigung“ und unzulässig, wenn nicht vorher eine Einverständniserklärung vorliegt.

Grundsätzlich gilt das Verbot der Belästigung durch Telefonwerbung jedoch auch für Anrufe unter Gewerbetreibenden. Nach einer Entscheidung des OLG Frankfurt vom 24. Juli 2003 (6 U 36/03) sind „Kaltanrufe“ um Neukunden zu gewinnen wegen Kundenfangs durch Belästigung nach § 1 UWG grundsätzlich verboten.

Soviel zur Theorie. In der Praxis ist derartigen „Telefondrückern“ nur schwer an den Kragen zu kommen: Eine Eintragung der eigenen Telefonnummer auf der Website www.telerobinson.de (eine Robinsonliste des „Deutsche Direktmarketing Verband e.V.„) stellt durch den monatlichen Abgleich der Kundendaten zwar sicher, dass „seriöse“ Telemarketingfirmen nicht mehr anrufen, doch in der Regel sind es ja gerade die anderen, die sich mit unlauteren Mitteln auf Kundenfang begeben:

In solchen Fällen lautet unsere Instruktion: das Gespräch beenden, sicherheitshalber. Unsere Telefonnummer wird ohnehin unterdrückt.

Die mit modernster Technik (sogenannten „Dialern“) automatisch angewählten Rufnummern stammen von Menschen, die unter anderem bei Gewinnspielen angekreuzt haben, dass sie die Weitergabe ihrer Adressen nicht verbieten „oder die vergessen haben, das anzukreuzen“. Callcenter-Betreiber beziehen diese in großer Stückzahl von sogenannten Adressbrokern, die entsprechendes Datenmaterial von bestimmten Zielgruppen bedarfsgerecht aufbereiten.

Auch diese „graue“ Theorie ist äußerst fragwürdig. Als kategorischer Nichtteilnehmer von Gewinnspielen und überaus gewissenhafter Kunde von Versandhäusern und Co., achte ich stets auf derartige Marketingklauseln und bin mir ziemlich sicher niemals vergessen zu haben, einen Widerspruch entsprechend zu formulieren. Dennoch erhalte ich mehrfach täglich Telemarketing-Anrufe verzweifelter Damen und Herren, die versuchen mir Lose und DSL-Anschlüsse zu verticken:

Ich mache mir einen Spass daraus, durch detaillierte Rückfragen und Nichtbeantwortung der Fragen des Callcenters die Kosten für die unerwünschte Werbung nach oben zu treiben. 🙂

Und wie ist Eure Erfahrung?