Für viele ist das Chatten die optimale Möglichkeit, um neue Bekanntschaften zu machen. Oft kommt es beim anschließenden Dating auch zu sexuellen Abenteuern – in jeder Hinsicht! Im folgenden möchte ich eine wahre Geschichte veröffentlichen, die nicht nur krass, sondern leider auch bitterer Ernst ist. Die Namen der Personen habe ich selbstverständlich geändert …

Es war irgendwann im Frühjahr. Wann und wo genau, ist Nebensache. Streng genommen ist jetzt alles egal.

Stefanie und Marco lernen sich an einem Samstag mittag in ihrem Lieblingschat kennen und verabreden sich noch am selben Abend. Zuerst Kino und dann noch eine Expresstour durch die angesagtesten Clubs der Stadt – die beiden erleben den Abend so, als wenn sie sich schon Jahre kennen.

Marco lädt zu sich nach Hause ein und Stefanie folgt, zum Poppen natürlich. Beide fragen nicht nach einem Gummi, es ist scheißegal – Hauptsache Spaß! Marco weiß nicht, dass Stefanie das jedes Wochenende so macht und Stefanie weiß nicht, dass Marco erst letzte Nacht mit Anna in der Kiste lag- auch ohne Gummi, weil er es „blank“ liebt. Die 24-jährige Anna übrigens auch, vielleicht hat sie genau deshalb 6 Kinder von 4 unterschiedlichen Vätern. Aber egal, wir sind ja bei Stefanie und Marco.

Stefanie kam bis zu jenem Abend im Frühjahr auf 58 sexuelle Abenteuer mit etwa 27 verschiedenen Männern. So genau wusste sie es aber nicht mehr, ist ja auch egal. Marco steht dem schliesslich in nichts nach, er hatte bereits mit 119 Frauen geschlafen – davon nur 2 x mit Gummi. Bleiben also 117 mögliche und Stefanie, die ihn infiziert haben könnten. Ist auch nicht mehr so wichtig, ob sie Marco angesteckt hat oder er sie, denn beide hat es nicht im geringsten interessiert, was passieren kann.

Stefanie ist schon tot, AIDS gab ihren bereits vorhandenen chronischen Erkrankungen binnen kurzer Zeit den Rest. Marco lebt noch, Anna auch, sie will aber keinen Test machen, weil sie das Ergebnis umhauen könnte – sagt sie. Er ist seelisch am Ende, der Körper funktioniert aber noch ein bisschen. Wielange weiß keiner. Spielt für Marco jetzt auch keine Rolle mehr, denn sein Leben ist ein anderes. Medikamente, Behandlungen, Gespräche, welche er sich nie vorstellen konnte und nicht zuletzt die Freunde, die keine mehr sind.

Isolation steht bei Marco jetzt im Mittelpunkt und das abgrundtief schlechte Verhalten von Bekannten und seine ehemals besten Freunden. Aber so sind Menschen nunmal.

Stefanie, Marco und Anna sind nur 3 Beispiele.

  • Wieviele Menschen machen sich tatsächlich keinen Kopf über Ansteckungsgefahren?
  • Wieviele sexuelle Kontakte hat man selbst schon gehabt und wieviele davon unsafe?
  • Sicher, dass alle bisherigen Partnerinnen oder Partner sich nicht auch ab und zu mal ohne Schutz durch die Gegend gepoppt haben?
  • Wie sicher denn? Schonmal den Test gemacht oder immer davor gedrückt?
  • Wenn ja, wieviele drücken sich wohl noch so vor dem Test und machen es wie gehabt nur „blank“ ?

Während meiner Recherche zu diesem Blog-Beitrag sind mir unwahrscheinlich viele Menschen in Chats aufgefallen, die sich mit dem Thema AIDS überhaupt nicht befassen. Testet mal selbst, wieviele Leute Sex ohne Gummi suchen oder machen würden. Es ist eigentlich unfassbar!

Weltweit sind bereits ca. 40 Millionen Menschen infiziert, in Deutschland waren es bis Ende 2006 56.000 Menschen, jedes Jahr kommen allein in Deutschland ca. 2.600 Infektionen hinzu (Quelle: Robert-Koch-Institut). Man muss sich diese Zahlen mal genau vor Augen halten – das ist ein realer Alptraum! Nach Schätzung der Vereinten Nationen sterben jedes Jahr etwa 3 Millionen Menschen an AIDS!

Wenn man sich über diese Fakten im klaren ist, dann sollte auch die Gefahr einer Ansteckung ganz klar erkannt werden. Was im Chat beginnt, kann auf dem Friedhof enden – das ist Fakt! An dieser Stelle möchte ich auf folgende Infoseiten hinweisen:

„GIB AIDS KEINE CHANCE“

Den Leitsatz haben die meisten sicher schon mal gehört oder gelesen. Auf der Webseite stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung umfassendes Informationsmaterial zur Verfügung. Die Seite sollte zur Pflichtlektüre gehören. Wer Risiken kennt und meidet, ist klar im Vorteil!

„DEUTSCHE AIDSHILFE“

Auch die Deutsche Aidshilfe stellt einen umfangreichen Infopool im Netz bereit. Ansteckungsrisiken, Hilfe für Betroffene und Angehörige und Online-Beratung. Dazu auch viele Infos über andere sexuell übertragbare Krankheiten.

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