In Berlin und Babelsberg will Hollywood-Star Tom Cruise den Film „Valkyrie“ drehen. Wie man hört, hat Cruise bereits in Wannsee eine gigantische Villa mit Landeplatz gekauft.

Der Film erzählt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und dem gescheiterten Hitler-Attentat. Aber es gibt Widerstand, das Projekt entwickelt sich zum Sorgenkind:  Drehorte werden ihm verweigert. Und Stauffenbergs Sohn ist entsetzt. 

Der Grund des Verbots? Vorbehalte gegen seine Zugehörigkeit zu Scientology.

Scientology ist in Deutschland nicht als Religion anerkannt, sondern die Gruppierung fällt unter den Begriff ‚Sekte‘, die laut Regierung vor allem eins im Sinne hat: Geld machen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, dass „ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich ist, wenn Stauffenberg von Tom Cruise, einem bekennenden Scientologen, gespielt wird“.

Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: 

Am 19. Juli 2007 sollen die Dreharbeiten für Bryan Singers nächstem Film „Valkyrie“ in Babelsberg beginnen, im dem auch Tom Cruise eine der Hauptrollen übernehmen wird. Das Thema des für 2008 geplanten Kinostreifens soll die „Operation Walküre“ sein. 

Operation Walküre?

Die „Operation Walküre“ war ursprünglich ein Plan der Wehrmacht zur Unterdrückung eines möglichen Aufstandes im Zweiten Weltkrieg. Soldaten des Ersatzheeres sollten dabei kriegswichtige Punkte in Berlin und anderen größeren Städten besetzen und gegen Aufständige vorgehen. Walküre konnte nur der Führer selbst und der Chef des Ersatzheeres, Friedrich Fromm, ausrufen. Henning von Tresckow und Claus Schenk Graf von Stauffenberg erkannten die Schwachstelle des Plans. Sie setzen auf die Wehrmacht und passten den Plan Walküre ab 1943 für die Bedürfnisse eines geplanten Attentats auf Adolf Hitler unauffällig an, so dass auch zugehörige, zentrale Personen der SS, dem SD, der Gestapo und der NSDAP verhaftet worden wären.

Daraufhin haben Graf Stauffenberg und seine Mitstreiter versucht am 20. Juli 1944, Adolf Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ mit einer Sprengladung, die in einer Aktentasche versteckt war, zu töten. Das Attentat schlug fehl, Stauffenberg wurde wenig später im Ehrenhof des heutigen Verteidigungsministeriums, Bendlerblock, erschossen.

Parteienübergreifende Mobilmachung …

Nachdem bekannt wurde, dass der bekennende Scientologe Tom Cruise die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernehmen möchte, meldeten sich zahlreiche Politiker zu diesem Vorhaben zu Wort: 

Es sei „ein Schlag ins Gesicht aller aufrechten Demokraten, aller Widerstandskämpfer im Dritten Reich, aller Opfer der Scientology-Sekte“, wenn ausgerechnet Tom Cruise, der Mitglied einer Sekte sei, die mit „dubiosen Methoden versucht, Menschen zu ködern und gefügig zu machen“, schreibt Klaus Uwe Benneter, Justiziar der SPD-Bundestagsfraktion, auf seinen Internetseiten.

Nach Auskunft der Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Antje Blumenthal, habe Verteidungsminister Franz Josef Jung (CDU) zugesichert, dass man einem „ranghohen Scientologen in einem Bundesgebäude“ keine Drehgenehmigung erteilee. Dies würde einer bundespolitischen Anerkennung gleichkommen.

… auch die Familie macht mobil

Der älteste Sohn des Widerstandskämpfers, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, hat sich ebenfalls gegen die Darstellung seines Vaters durch den Hollywood-Schauspieler Tom Cruise in einem neuen Film ausgesprochen:

Er soll seine Finger von meinem Vater lassen„, sagte Stauffenberg der Süddeutschen Zeitung. „Er soll einen Berg besteigen oder in der Karibik surfen gehen. Es ist mir wurscht, solange er sich da raushält.“ Zudem befürchte er, „dass da ein grauenvoller Kitsch rauskommt„.

Gleichwohl räumte der Stauffenberg-Sohn ein, dass er den Film wohl nicht verhindern könne, da es sich bei Oberst Stauffenberg um eine Person der Zeitgeschichte handle. „Ich habe eine Zeitlang gehofft, dass das alles nur ein Publicity-Gag von Herrn Cruise ist„, sagte der pensionierte Generalmajor der Bundeswehr. Schritte plane er aber nicht. Sein Vater sei nun einmal eine Person der Zeitgeschichte: „Verhindern kann ich diesen Film ohnehin nicht.

Tom Cruise kontert, denn er „verehre Stauffenberg“ …

Nun reagierten Tom Cruise und seine Produktionspartnerin Paula Wagner auf das Verbot des Verteidigungsministeriums an Originalschauplätzen, wie dem Innehof des Bendlerblocks drehen zu dürfen: 

„Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, möchte ich erklären, dass Valkyrie ein historisch korrekter Thriller ist, der den Widerstand des Helden aus dem 2. Weltkrieg, Oberst Claus Schenk von Stauffenberg, als die heroische und prinzipiengetreue Figur darstellt, die er war … Cruises persönliche Überzeugungen haben absolut keinen Bezug zu Handlung, Themen oder Inhalt des Films. Tom bewundert diesen Mann und möchte ihm gerecht werden, unter anderen durch Dreharbeiten an Originalschauplätzen“

Doch der Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums, Harald Kammerbauer, bleibt weiterhin hart. Wird Stauffenberg von einem Anhänger einer Sekte gespielt, bei der die Geldmacherei oberste Priorität hat, sei ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und ob Cruise vor der Leinwand steht!

Was glaubt Ihr, wird Bryan Singers Film dennoch mit Tom Cruise in der Hauptrolle auf den Leinwänden zu sehen sein? Oder wird kurzfristig ein anderer die Rolle übernehmen?

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