Man sollte sich zweimal überlegen, was und ob man in einer TV-Sendung auf die Frage eines Moderators über Politiker oder zu seinem Brötchengeber antwortet. Dies kann unter Umständen den Job kosten.

Diese leidige Erfahrung machte, wenn man einem Bericht der BILD-Zeitung glauben darf, ein Kandidat der RTL-Sendung „Wer wird Millionär“. Montags nach seinem Auftritt in der Sendung vom 07.06.2007 habe er einen Auflösungsvertrag von seinem Arbeitgeber erhalten. „Diese Regelung haben wir mit dem Deutschen Bundestag – unserem Auftraggeber – abgestimmt“, so der Geschäftsführer des kündigenden Unternehmens.

Und was hat die Herrschaften verstimmt?

Nachdem Günther Jauch seinen Kandidaten als „Chauffeur bei der Fahrbereitschaft des Deutschen Bundestages …“ anmoderierte, fragte er diesen im weiteren Verlauf der Sendung, welche Abgeordneten freundlicher seien: „die Höhergestellten oder die Hinterbänkler?“

Auf die Antwort des Kandidaten „Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Je höher, desto arroganter …“, muss sowohl dem Arbeitgeber (RocVin Dienste GmbH), als auch dessem Kunden (Deutscher Bundestag), der Kragen derartig geplatzt sein, dass sie kurzerhand zum „Hörer griffen“ und einen Krisenstab bildeten.

Er habe „sich als Fahrer des Deutschen Bundestages ausgegeben – das ist eine Falschaussage. Er ist bei uns angestellt und wir sind Vertragspartner des Bundestages. Allein das könnte Grund für eine fristlose Entlassung sein“, so die Stellungnahme des Unternehmens. Zudem habe er „als Fahrer in seinem Anstellungsvertrag in diesem Bereich eine absolute Verschwiegenheitspflicht.“

So, so. Und wo hat der nette Angestellte, der an der 16.000 EUR-Frage scheiterte, vertragswidrig gehandelt? Die Anmoderation machte doch der Showmaster und irgendwelche geheimen Sachen, die unter eine Verschwiegenheitsregelung fallen könnten, hat der Befragte doch gar nicht ausgeplaudert, oder?

Ob sich die Herrschaften (sowohl Politiker, als auch Unternehmer) mit dieser Reaktion auf eine „vollkommen banale“ (Zitat von: Günther Jauch) Sache einen Gefallen getan haben, wage ich zu bezweifeln. 

Ich habe zwar die Sendung nicht gesehen, aber SPIEGEL-ONLINE gelesen.

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