Zum 31. Oktober 2005 wurde der 1995 von den Greve-Brüdern gegründete erste kommerzielle deutsche Internet-Katalog WEB.DE (Mitarbeiter; Web.de GmbH & WEB.DE-Portal) für eine sehr große Stange Geld (rund 200 Mio. EUR) und einem üppigen Aktienpaket (rund 5,8 Mio. Aktien von United Internet) an den UNITED INTERNET-Konzern veräußert

Während Matthias Greve weiterhin im WEB.DE-Dress seine Brötchen backt, macht sich sein älterer Bruder Michael mit ComBOTS auf den Weg, Weltmarktführer in Sachen Personal Digital Communication“ zu werden. Pünktlich zur CeBIT 2007 stellten beide Greves ihre neuen Produkte vor:

…..:::::: UNDDU.DE ::::::…..

„Bis jetzt hatte ich für meine private Homepage einen Anbieter, einen weiteren, um Business-Kontakte zu knüpfen, und einen dritten, um mit alten Schulfreunden in Kontakt zu bleiben“, erklärt Matthias Greve. „Mit Unddu.de kann ich jetzt alles auf einer Website verwirklichen.“

Ermöglichen möchte dies WEB.DE mit einer „Social and Personal Networking“-Plattform, die im Baukasten-Stil mit Inhalten wie Fotos gezielt gefüllt werden kann, um damit allen Internetnutzern, in einem Produkt sämtliche Varianten des Publizierens im Netz anzubieten: Unterhaltung, Spiele und soziale Netzwerke sind die Schlagworte, um die sich künftig alles auf dem Portal der Karlsruher drehen soll. Von der privaten Homepage bis hin zur Nutzung für Communities sei alles möglich.

Mit UNDDU.DE möchte Matthias Greve und die United Internet AG um Ralph Dommermuth also mit populären Internet-Angeboten wie Myspace, StudiVZ oder Facebook konkurrieren. Im Gegensatz dazu solle der Nutzer allerdings persönliche Informationen  freigeben oder aber für bestimmte Personen und Gruppen sperren können.

Wobei mit UNDDU.DE eher ein Produkt in den deutschsprachigen Markt gehoben wird, das dem Trend der weltweiten, aber kontrollierten „Exhibitionierung“ folgt, geht Michael Greve mit seinem Produkt ComBOTS einen ganz anderen Weg.

…..:::::: ComBOTS ::::::…..

Der Begriff ComBOTS setzt sich aus den englischen Worten Communication (= Kommunikation) und Bots (= Helferlein) zusammen und soll zum Inbegriff für spamfreie, unterhaltende und vertrauliche Drag & Drop-Kommunikation unter Freunden werden. Hierzu fokussiere man sich nach eigenen Angaben weltweit auf den Markt für „Personal Digital Communication“ und meldete dafür seit Gründung des Unternehmens zahlreiche nationale und internationale Patente an.

„Kommunikation ist persönlich. Es geht dabei um Spaß und um Emotionen“, so Michael Greve. „Die Kommunikation findet immer mehr übers Internet statt und wird dabei immer unpersönlicher und vor allem öffentlicher. Man müsse nur seiner Freundin eine Mail schreiben, in der das Wort ‚Rosen‘ vorkommt, schon taucht die passende Spam im Email-Eingang auf: ‚Hier gibt’s die schönsten Rosen‘.“ Das dürfe, laut Michael Greve, nicht sein.

Erreichen möchte dies ComBOTS dadurch, dass unter anderem die gängigen Kommunikationsarten des Internets, wie Instant Messaging, Email, Voice-Over-IP-Telefonie und Datenaustausch sinnvoll und vorallem auch einfach miteinander verknüpft werden. Durch das Fehlen öffentlich zugänglicher Adressbücher oder Suchfunktionen halte man den Dienst nicht nur spamfrei, sondern garantiere den Nutzern damit eine 100%-ige Privatsphäre.

Ein weiterer Fokus des Dienstes sei die persönliche und auch emotionale Kommunikation. Dazu hat ComBOTS eine Vielzahl an Lizenzverträgen mit großen Studios und Verlagen geschlossen. Dadurch können sich die Nutzer nach gegenseitiger Einladung auf dem Desktop ihrer Kontakte mit bekannten Comic-Figuren (u.a. Spongebob, Garfield, Batman) oder mit Helden aus Hollywoodfilmen (wie z.B. Herr der Ringe) darstellen. Über diese direkt auf dem Desktop platzierten Avatare lassen sich dann nicht nur sämtliche Interaktionen zur Kommunikation mit nur einem Klick erledigen, sondern auch durch aufwendig produzierte 3D-Animationen situationsbezogen emotionalisieren.

Auf den ersten Blick hört sich das so an, als würde ComBOTS in direkte Konkurrenz mit ICQ, MSN oder Skype gehen zu wollen. Bei genauerem Hingucken jedoch wird schnell klar, dass ComBOTS diese Dienste nur miteinander vereint und dabei versucht noch einen Tick besser und eben emotionaler und persönlicher zu sein.

FAZIT AUS MEINEN TESTS:

Ich habe sowohl ComBOTS, wie auch UNDDU.DE getestet und bin der Meinung, dass es sich bei beiden Angeboten zwar nicht wirklich um etwas Neues handelt, aber ich denke trotzdem, dass beide Produkte eine Bereicherung für die Internetnutzer sind. 

Die Greve-Brüder haben ihre Angebote so ausgelegt, dass man nur sehr wenig technisches Verständnis mitbringen muss um die Dienste vollumfänglich nutzen zu können. Aber auch für den Technik-Freak bieten sie interessante Features gepaart mit altbekanntem. Meiner bescheidenen Meinung nach ist das genau der richtige Ansatz: Leistungsstark & einfach – für jedermann.  

Interessant wird es vor allem dann, wenn UNDDU.DE und ComBOTS miteinander verschmolzen werden sollen, was nicht nur für die Allianz vorteilhaft wäre, sondern auch einen entsprechenden Mehrwert für die Nutzer beider Produkte schaffen würde.

Kooperation zwischen UNDDU.DE und ComBOTS denkbar?

Wie aus der oben verlinkten Pressemeldung von der Übernahme zu entnehmen ist, haben beide Firmen angekündigt, „im Rahmen der vereinbarten Allianz bei der Erstellung und Vermarktung von Internetdiensten zukünftig weiter eng“ zusammenzuarbeiten.

Obwohl die Produkte auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind, lassen sich diese meiner Meinung nach sehr gut miteinander verknüpfen. Durch die Möglichkeit bei UNDDU.DE bestimmte Seiten nur für einige Kontakte freizugeben, besteht potentiell die Möglichkeit ComBOTS darin einzubinden und dabei jeweils nicht an der eigenen Geschäftsidee rütteln zu müssen, da jeder UNDDU.DE-Nutzer selbst entscheiden könnte, wem er „nur seine Seiten zeigt“ und wen er auf „seinen Desktop holt“. Vielleicht sehen das die beiden Firmen ja ähnlich.

Übrigens: Sowohl Ralph Dommermuth („I can’t wait to show this product to all my friends“), als auch auch Frank Schüler (Mitglied des Vorstands der ComBOTS AG) nutzen die Angebote des jeweiligen Allianzpartners. Bleibt nur noch abzuwarten, ob „United Internet“ und „ComBOTS“ auch geschäftlich Zusammenarbeiten werden, um das Angekündigte wahr zu machen.

Ich bin gespannt!

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