Juni 2007


Jugendliche unter 25 sind nicht nur häufiger auf Blogs und Community-Webseiten (wie StudiVZ, MySpace, Facebook) zu finden als ältere Internetuser, sie nutzen das Web auch häufiger zur Selbstdarstellung auf diesen Plattformen. Das ist unter anderem das Ergebnis der 14. NetObserver-Studie von Novatris/Harris Interactive.  

Im Rahmen eines Seminars „Theaterwelten in Internet und mobilen Technologien“ an der Uni Bayreuth haben sich 3 Studentinnen als Ziel gesetzt, das Verhalten von Studenten im Studentenverzeichnis StudiVZ zu untersuchen. Dabei richten sie besonderes Augenmerk auf die Themen „Selbstinszenierung“ und „Authentizität„.

Sie wollen heraus finden, inwiefern es ein menschliches Bedürfnis nach Selbstinszenierung gibt und ob bzw. in welcher Art und Weise das StudiVZ eine Plattform für das Ausleben dieses Bedürfnisses bietet:

  1. Ist es, aufgrund des immer mobileren Lebens, erforderlich, dass man ehemals persönliche Kontakte auf einer virtuellen Ebene pflegt?
  2. Wohin geht das StudiVZ?
  3. Welche sozialen Entwicklungen werden wohin führen?
  4. Ist das StudiVZ ein Konzept was auf Dauer funktioniert?

Das sind nur einige Fragen, die sich die Studenten bei ihrer Untersuchung stellen werden. Auf http://studivz07.blog.de/ wollen sie einerseits ihre Forschungsergebnisse aus diversen Umfragen präsentieren und andererseits zum Diskutieren und Weiterdenken anregen wollen.

In einer ersten Online-Umfrage ihres Feldversuches stellen die Studentinnen allgemeine Fragen, wie z.B. das Online- und Nutzerverhalten im StudiVZ. Eure rege Teilnahme vorausgesetzt, warte ich gespannt auf die Ergebnisse dieser Studie. 🙂

mein heutiges Zitat:

  1. „Ein hübsches Kompliment ist eine glaubwürdige Übertreibung”
    Peter Alexander (*1926), östr. Schauspieler, Sänger u. Entertainer

meine heutige Anekdote:

Schock-Rocker Marilyn Manson ist nach eigenen Worten am Kölner Dom abgewiesen worden. „Leider hat man mich nicht reingelassen, wahrscheinlich weil ich Lippenstift drauf hatte“, sagte der weiß geschminkte US-Musiker am 27.06.2007 in Köln. Dabei halte er die gotische Kathedrale doch für „einen der schönsten Orte, die ich bisher gesehen habe“. Marilyn Manson war in Köln, weil dort in einer Galerie seine erste Aquarell-Austellung auf deutschem Boden eröffnet wurde.

Die mittlerweile in fünf Bundesländern erhobenen Studiengebühren stoßen bei den Studenten weiterhin auf große Skepsis. Wie aus der Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart hervorgeht, gehen 71,2 Prozent der Gebührenzahler davon aus, dass es trotz der Geldbeiträge zu keiner Verbesserung der Lehre kommt.

Glaube an Verbesserung

Uni-Vergleich: Vergleichsweise optimistisch sind die Studierenden der Universität Hannover und RWTH Aachen (an eine Verbesserung glauben 52 % und 50,9 %). Ausgesprochen pessimistisch sind dagegen die Gebührenzahler der Universität Oldenburg und HafenCity Universität Hamburg (an eine Verbesserung glauben nur 9,5 % bzw 6,9 %).

Länder-Vergleich: Unter den Ländern zeigt sich das gleiche Nord-Süd-Gefälle wie bei der Grundeinstellung zu Studiengebühren: Die meisten Optimisten befinden sich noch in Bayern und Baden-Württemberg (an eine Verbesserung glauben 35,5 % bzw. 31,2 %), im Anschluss folgen die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (an eine Verbesserung glauben 28,1% bzw. 26,3 %). Schlusslicht in Sachen Zukunftsglauben bildet Hamburg (an eine Verbesserung glauben 13,1 %).

Fächer-Vergleich: Im Fächervergleich befinden sich die meisten Optimisten noch unter den Studierenden der Rechts-/Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (an eine Verbesserung glauben 34 %). Besonders niedrig ist die Quote in den Fächern Sport und Kunst/Kunstwissenschaften (an eine Verbesserung glauben 22,3 % und 21,4 %).

Informationspolitik und Transparenz 

Uni-Vergleich: Als vorbildlich schätzen die Gebührenzahler die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ein, gefolgt von Regensburg und Konstanz (informiert fühlen sich 70,5 % und 67,3 % bzw. 67 %). Schlusslichter sind die Universitäten Düsseldorf, Stuttgart, TU Hamburg-Harburg sowie HafenCity Universität Hamburg (informiert fühlen sich nur 8,2 % und 9,2 % bzw. 10,2 % an der TU Hamburg-Harburg und 10,9 % an der HafenCity Universität Hamburg).

Länder-Vergleich: Spitzenreiter unter den Bundesländern ist Bayern (informiert fühlen sich 47,6 %). Mit großem Abstand folgen an zweiter Stelle die Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg (informiert fühlen sich 39,3 % bzw. 34,4 %). Schlusslichter sind Nordrhein-Westfalen und Hamburg (informiert fühlen sich 21,7 % bzw. 12,7 %).

Studiengeschwindigkeit

Uni-Vergleich: Zu einem Effekt der Studiengebühren gehört, dass sich eine knappe Mehrheit der Gebührenzahler gezwungen sieht, ihr Studium in kürzerer Zeit zu absolvieren. Bundesweit bejahen 60,1 Prozent diese Frage. Den größten Ansporn verspüren Studierende an den Universitäten Hildesheim (schneller studieren wollen 78,8 % bzw. 78,2 %), geringsten Ansporn liefern Studiengebühren den Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hannover und TU Hamburg-Harburg (schneller studieren wollen 46,2 % bzw. 42,9 %).

Länder-Vergleich: Im Ländervergleich zeigt sich, dass gerade die Studierenden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gefolgt von denen in Bayern, in den Studiengebühren einen Ansporn sehen, schneller zu studieren (63,3 %, 62,7 % bzw. 60,6 %). Die Studenten in Baden-Württemberg und Hamburg folgen auf den anschließenden Plätzen (54,8 % bzw. 50,3 %).

Fächer-Vergleich: Unter den verschiedenen Studienfächern sind vor allem Studierende mit Sport sowie Agrar-/Forst- und Ernährungswissenschaften und Sprach-/Kulturwissenschaften betroffen (schneller studieren wollen 73,1 % und 67,7 % bzw. 67,9 %). Geringsten Ansporn für Beschleunigung durch Studiengebühren findet sich in den Fächern Humanmedizin, Ingenieurwissenschaften und Veterinärmedizin (schneller studieren wollen 54,8 % und 51,9 % bzw. 49 %).

Vorbildlich: Uni Hohenheim sorgt für Transparenz

Die Universität Hohenheim hat erste Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen: In Zukunft werden dort alle Bücher, PCs, Beamer und Laborgeräte, die durch Studiengebühren finanziert wurden, gekennzeichnet. Ein Aufkleber mit dem Slogan „finanziert aus Studiengebühren“ soll den Studenten bewusst machen, dass die Gelder sinnvoll angelegt wurden.

Das Web oder WWW (oftmals fälschlicherweise als „Internet“ bezeichnet) entstand 1989 als Projekt am CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Genf, an dem Tim Bernes-Lee ein Hypertext-System aufbaute, um Forschungsergebnisse auf einfachste Art und Weise mit Kollegen und anderen Instituten auszutauschen. Eine sehr gute und informative Quelle über die Entstehungsgeschichte des „World Wide Web“ findet sich hier.

SecondLife / World of Warcraft: Virtuelle Welten entstehen …

Wohingegen noch vor wenigen Jahren das Internet nichts anderes war als ein Platz an dem E-Mails, Dateien und Informationen ausgetauscht wurden, entstehen mittlerweile immer mehr virtuelle Welten wie Second Life oder World of Warcraft. Durch die Verknüpfung mit dem Mitmachgedanken des  Web 2.0 können die User eigene Objekte erstellen, in die Landschaft integrieren und mit anderen Usern (die im 3D-Web dann durch Avatare oder 3D-Identitäten repräsentiert werden) austauschen. 

PKR.COM: Online-Pokern in 3D

PKR ist derzeit einer der angesagtesten neuen Online-Pokerräume, dessen Beta-Version im Juni 2006 hervorragende Bewertungen erhalten hat. Hier haben die Spieler die Möglichkeit, für alle Aspekte des Spiels ihre eigene Persönlichkeit zu kreieren. Sogar die Spielerfiguren lassen sich individuell gestalten. Der Pokerspieler legt die Frisur, Gesichtszüge, Kleidung und zahlreiche andere Eigenschaften seiner persönlichen Spielerfigur selbst fest.

Am Pokertisch kann ein Spieler seine Figur u. a. weinen und klatschen lassen, wodurch das bisher schnörkellose Bildschirmspiel an Charakter gewinnt. Des Weiteren können Spieler den Kamerawinkel verändern und so aus einer beliebigen Perspektive auf die Pokertische blicken.

SpaceTime: eine neue Art des Webbrowsing

Mit SpaceTime soll das Browsen im Web künftig dreidimensional werden. Bei diesem, sich noch in der Beta-Phase befindlichen Browser eines New Yorker StartUps, wechselt man zwischen den Seiten in einer 3D-Ansicht und nicht wie bei Firefox oder Internet Explorer per Tabs.

Das kostenlose Programm unterstützt mit seiner 3D-Ansicht mittlerweile unter anderem eBay, Google oder Flickr, so dass man zwischen den Seiten und Angeboten in der 3D-Ansicht wechseln kann.

ComBOTS: 3D-Instant Messaging

Ein völlig neues Gefühl des Instant Messaging will ComBOTS seit März 2007 seinen Nutzern vermitteln. Wohingegen bei gebräuchlichen Instant Messagern, wie z.B. ICQ / MSN / Yahoo! und Jabber, die Anwendung in Form einer Buddyliste im Vordergrund steht, wird auch hier jeder eingeladene Kontakt als 3D-Avatar auf dem Desktop dargestellt.

Neben der Möglichkeit über diese Avatare die übliche Dienste wie Chat, Telefonie und Datentransfer anzusteuern, kann der Nutzer darüber hinaus auch seine Gefühlslage wie z.B. Verliebt-Sein, Trauer, Wut zum Ausdruck bringen.

Da der kostenlose Kommunikationsdienst mittlerweile auch auf dem Handy zur Verfügung steht, verlassen die Avatare bereits das World Wide Web und nehmen auch in unserer Arbeitswelt und jenseits des Internets Gestalt an. 

3D MailBox: Erweckt E-Mails zum Leben

Vor kurzem ging auch der erste 3D-E-Mail-Client online: 3D MailBox. Ganz nach den Vorbildern bekannter virtueller Welten, befreit uns der amerikanische Hersteller von der Tristesse von nicht animierten 2D-Mails aus der ersten Welt.

Die ungelesenen EMails schwimmen in Form von braungebrannten Bikini-Schönheiten (wahlweise auch Baywatch-Jungs) noch im Swimmingpool. Solange, bis man eine Schönheit anklickt und sich prompt ihr tadelloser Körper elegant in den Liegestuhl begibt – zum Lesen natürlich. Gelöschte Mails vegetieren natürlich in der hintersten dunklen Ecke (gleich neben den Mülltonnen) dahin.

Spam? Klar Spam wird den Haien im offenen Meer vorgeworfen, denn das erste kostenfreie Level findet in Miami Beach bei Sonnenschein und 30°C im Schatten statt. 

Einmal weitergedacht …

Würden die oben erwähnten Firmen Hand-in-Hand arbeiten und Schnittstellen für ein standardisiertes Austauschformat von 3D-Objekten bereitstellen, ließe sich der Trend zum 3D-Internet noch weiter fortführen und gigantische Märkte könnten entstehen. Altbekannte Businessmodelle könnten neu aufbereitet und auch arrivierte Firmen darüber versuchen Geld zu verdienen:

  • Waren aller Art könnten produziert und unäbhängig von Onlinewelten veräußert werden

  • Schnittstellen zwischen den einzelnen Online-Welten könnten von Logistik-Unternehmen genutzt werden um Waren einzuführen, bzw. umzuschichten

  • etc., etc., etc. – der Phantasie sei hier keine Grenze gesetzt

Derzeit wird an vielen Orten der Welt über Alternativen zu den derzeitig bestehenden Onlineangebot ausgebrütet. Das Gerangel um die Marktführerschaft ist bereits in vollem Gange. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist z.B. IKEA, die bereits jetzt schon auf dem Weg ist ihre Möbelstücke einmal zu designen und in verschiedenen 3D-Shops oder 3D-Welten zu handeln.  

Alles nur Illusion oder Wahrheit?

Während etwa Sony und MTV hektisch Konkurrenzprojekte zu Second Life austüfteln, entwickeln andere Weltenbauer bereits die Standards für den zwischenweltlichen Verkehr. Statt in proprietären Lösungen à la Second Life gefangen zu sein, werden die Avatare sich dann grenzenlos zwischen den Spiel- und Arbeitswelten hin und her bewegen können:

Der Computerkonzern IBM, der einst die PC-Revolution verschlafen hat, macht gegenwärtig einen hellwachen Eindruck und bastelt am Industriestandard für die 3D-Welten des 21. Jahrhunderts: 3000 Mitarbeiter sollen an etwas arbeiten, das der Konzern in aller Bescheidenheit 3D-Internet nennt.

Wenn ich mir vorstelle was alles schon an historischen und aktuellen Daten existiert, mit dem man die reale Welt 1:1 virtuell abbilden und dann auch verändern kann, würde ich das schon gar nicht mehr „3D-Internet“ nennen. Denn eigentlich werden damit auch weitere Dimensionen, wie die Zeit und “Varianten” von Welten/Gebieten, erreichbar.

Ich beobachte die Entwicklung hier schon länger und bin sehr gespannt, was da auf uns zukommt.

Führt das nicht zu Einsamkeit, Sucht und aggressiven Verhaltensweisen?

Da ich Psychologie studiere reizt mich dieses Thema ganz besonders. Vorweg ist festzustellen, dass die öffentliche Berichterstattung oft negativ gefärbt ist. Von Flucht aus dem wahren Leben über soziale Isolation bis hin zur Suchtgefahr ist die Rede. Dass dieses einseitige Bild nicht stimmt, zeigen die Ergebnisse dieser Studien.

Entgegen der landläufigen Meinung ist das gesellschaftliche Engagement z.B. in der Politik nicht geringer als bei Leuten, die sich nicht in virtuellen Welten aufhalten. Die Nutzer betonen Werte wie Engagement und Selbstentfaltung, während sie Pflicht- und Akzeptanzwerte eher ablehnen. Sie ähneln sich in ihrem eher „gehobenen Bildungsniveaus, ihrer differenzierten Mediennutzung, alternativer Wohnformen und bestimmter Freizeitinteressen“.

Die Kommunikation in virtuellen Welten ist zudem „oft wichtiger als die Spielhandlung selbst“. Normen, Regeln und Hilfestellungen innerhalb virtueller Gruppen verstärken die soziale Integration. Die Bildung einer virtuellen Gruppe erfolgt in erster Linie aufgrund von ähnlichen Vorlieben und nicht, wie es im realen Leben oft der Fall ist, durch räumliche Nähe. Virtuelle Gemeinschaften scheinen entgegen ihrem schlechten Ruf keine Gefahr für die Gesellschaft darzustellen, sondern ein Zusatzangebot an Identifikationsmöglichkeiten zu bieten.
„Interessanterweise waren ausgerechnet diejenigen Befragten, die sich besonders skeptisch über virtuelle Welten äußerten, selbst am stärksten von der realen Gesellschaft entfremdet.“

Die Studie zeigt auch, dass „herkömmliche Theorien zur sozialen Identifikation problemlos auf die Verhältnisse in virtuellen Gemeinschaften übertragbar sind“.

mein heutiges Zitat:

  1. „Verstand dient der Wahrnehmung der eigenen Interessen, Vernunft ist Wahrnehmung des Gesamtinteresses.”
    Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 – 2007), dt. Physiker, Philosoph und Friedensforscher

meine heutige Anekdote:

In einer Kabinettssitzung war vom Auswärtigen Amt ein Beamter als Botschafter vorgeschlagen worden. „Nein“, sagte Kanzler Adenauer ziemlich kategorisch, „den nehmen wir nicht. Der macht sich zu viel aus seinen Fehlern.“

In Berlin und Babelsberg will Hollywood-Star Tom Cruise den Film „Valkyrie“ drehen. Wie man hört, hat Cruise bereits in Wannsee eine gigantische Villa mit Landeplatz gekauft.

Der Film erzählt von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und dem gescheiterten Hitler-Attentat. Aber es gibt Widerstand, das Projekt entwickelt sich zum Sorgenkind:  Drehorte werden ihm verweigert. Und Stauffenbergs Sohn ist entsetzt. 

Der Grund des Verbots? Vorbehalte gegen seine Zugehörigkeit zu Scientology.

Scientology ist in Deutschland nicht als Religion anerkannt, sondern die Gruppierung fällt unter den Begriff ‚Sekte‘, die laut Regierung vor allem eins im Sinne hat: Geld machen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, dass „ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich ist, wenn Stauffenberg von Tom Cruise, einem bekennenden Scientologen, gespielt wird“.

Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: 

Am 19. Juli 2007 sollen die Dreharbeiten für Bryan Singers nächstem Film „Valkyrie“ in Babelsberg beginnen, im dem auch Tom Cruise eine der Hauptrollen übernehmen wird. Das Thema des für 2008 geplanten Kinostreifens soll die „Operation Walküre“ sein. 

Operation Walküre?

Die „Operation Walküre“ war ursprünglich ein Plan der Wehrmacht zur Unterdrückung eines möglichen Aufstandes im Zweiten Weltkrieg. Soldaten des Ersatzheeres sollten dabei kriegswichtige Punkte in Berlin und anderen größeren Städten besetzen und gegen Aufständige vorgehen. Walküre konnte nur der Führer selbst und der Chef des Ersatzheeres, Friedrich Fromm, ausrufen. Henning von Tresckow und Claus Schenk Graf von Stauffenberg erkannten die Schwachstelle des Plans. Sie setzen auf die Wehrmacht und passten den Plan Walküre ab 1943 für die Bedürfnisse eines geplanten Attentats auf Adolf Hitler unauffällig an, so dass auch zugehörige, zentrale Personen der SS, dem SD, der Gestapo und der NSDAP verhaftet worden wären.

Daraufhin haben Graf Stauffenberg und seine Mitstreiter versucht am 20. Juli 1944, Adolf Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ mit einer Sprengladung, die in einer Aktentasche versteckt war, zu töten. Das Attentat schlug fehl, Stauffenberg wurde wenig später im Ehrenhof des heutigen Verteidigungsministeriums, Bendlerblock, erschossen.

Parteienübergreifende Mobilmachung …

Nachdem bekannt wurde, dass der bekennende Scientologe Tom Cruise die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernehmen möchte, meldeten sich zahlreiche Politiker zu diesem Vorhaben zu Wort: 

Es sei „ein Schlag ins Gesicht aller aufrechten Demokraten, aller Widerstandskämpfer im Dritten Reich, aller Opfer der Scientology-Sekte“, wenn ausgerechnet Tom Cruise, der Mitglied einer Sekte sei, die mit „dubiosen Methoden versucht, Menschen zu ködern und gefügig zu machen“, schreibt Klaus Uwe Benneter, Justiziar der SPD-Bundestagsfraktion, auf seinen Internetseiten.

Nach Auskunft der Sektenexpertin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Antje Blumenthal, habe Verteidungsminister Franz Josef Jung (CDU) zugesichert, dass man einem „ranghohen Scientologen in einem Bundesgebäude“ keine Drehgenehmigung erteilee. Dies würde einer bundespolitischen Anerkennung gleichkommen.

… auch die Familie macht mobil

Der älteste Sohn des Widerstandskämpfers, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, hat sich ebenfalls gegen die Darstellung seines Vaters durch den Hollywood-Schauspieler Tom Cruise in einem neuen Film ausgesprochen:

Er soll seine Finger von meinem Vater lassen„, sagte Stauffenberg der Süddeutschen Zeitung. „Er soll einen Berg besteigen oder in der Karibik surfen gehen. Es ist mir wurscht, solange er sich da raushält.“ Zudem befürchte er, „dass da ein grauenvoller Kitsch rauskommt„.

Gleichwohl räumte der Stauffenberg-Sohn ein, dass er den Film wohl nicht verhindern könne, da es sich bei Oberst Stauffenberg um eine Person der Zeitgeschichte handle. „Ich habe eine Zeitlang gehofft, dass das alles nur ein Publicity-Gag von Herrn Cruise ist„, sagte der pensionierte Generalmajor der Bundeswehr. Schritte plane er aber nicht. Sein Vater sei nun einmal eine Person der Zeitgeschichte: „Verhindern kann ich diesen Film ohnehin nicht.

Tom Cruise kontert, denn er „verehre Stauffenberg“ …

Nun reagierten Tom Cruise und seine Produktionspartnerin Paula Wagner auf das Verbot des Verteidigungsministeriums an Originalschauplätzen, wie dem Innehof des Bendlerblocks drehen zu dürfen: 

„Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, möchte ich erklären, dass Valkyrie ein historisch korrekter Thriller ist, der den Widerstand des Helden aus dem 2. Weltkrieg, Oberst Claus Schenk von Stauffenberg, als die heroische und prinzipiengetreue Figur darstellt, die er war … Cruises persönliche Überzeugungen haben absolut keinen Bezug zu Handlung, Themen oder Inhalt des Films. Tom bewundert diesen Mann und möchte ihm gerecht werden, unter anderen durch Dreharbeiten an Originalschauplätzen“

Doch der Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums, Harald Kammerbauer, bleibt weiterhin hart. Wird Stauffenberg von einem Anhänger einer Sekte gespielt, bei der die Geldmacherei oberste Priorität hat, sei ein Filmen auf deutschen Militärstützpunkten nicht möglich.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und ob Cruise vor der Leinwand steht!

Was glaubt Ihr, wird Bryan Singers Film dennoch mit Tom Cruise in der Hauptrolle auf den Leinwänden zu sehen sein? Oder wird kurzfristig ein anderer die Rolle übernehmen?

mein heutiges Zitat: 

  1. „Alle Erziehung ist nur Handreichung zur Selbsterziehung.“
    Eduard Spranger (1882-1963), dt. Philosoph u. Pädagoge
  2. „Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterläßt er die Tat, so wird er zum Verräter vor seinem eigenen Gewissen.“
    Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944), Hitler-Attentäter des 21. Juli 1944

meine heutige Anekdote:

US-Schauspieler George Clooney hat in seiner zweiten Heimat am Comer See erfolgreich gegen ein Bauprojekt protestiert. Clooney unterzeichnete gemeinsam mit rund 300 Einwohnern der Ortschaft Laglio eine Petition gegen den Plan, Parkplätze und eine Promenade für die wachsende Zahl der Touristen zu bauen. Er sorge sich darum, dass ein Hunderte Jahre altes Dorf zerstört werde, nur weil er dort seit sechs Jahren wohne, erklärte der Schauspieler.

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