Gestern war es also soweit: Impftermin. Ich war mit meiner Tochter, 14 Monate alt, zum ersten Mal alleine beim Arzt.

Bisher hat dies meine Frau übernommen und eigentlich hoffte ich insgeheim darauf, dass mir diese Qualen eines sorgenden Papas, der selbst kein Blut sehen kann und Angst vor Spritzen hat, erspart bleiben.

Da ich aber gestern später auf die Arbeit ging, weil meine Frau nach einer Pause wieder zu studieren anfing und wir uns die Pflege unserer Tochter brüderlich teilen, musste ich wohl oder über in diesen sauren Apfel beißen.

Ich setzte also meine Tochter in den Kinderwagen und ab ging die Fahrt zum Kinderarzt. Bewaffnet mit dem Impfpass und der mütterlichen Eingabe „Frag den Arzt noch nach der Zeckenschutz-Impfung“ ruderte ich durch die Straßen unserer Gemeinde. Den ganzen Weg über fragte ich mich: „Was soll ich tun, wenn die Kleine anfängt zu weinen und nicht mehr aufhört?“

Dort angekommen, verfrachtete uns die Arzthelferin auch schon gleich im Sprechzimmer und die Sekunden bis zum großen Moment, und der Arzt das Zimmer betritt, kamen immer schneller auf Anastasia und mich zu. Schweissgebadet. Hochroter Kopf.

Nachdem ich mit dem Arzt die Formalien geklärt hatte, und er der Helferin die Anweisung gab zwei Spritzen vorzubereiten, wurde ich immer unruhiger. Allein der Gedanke daran, dass diese „Monster“-Nadeln sogar in beide Oberarme meiner Kleinen gerammt werden sollten, rief „Horrorszenarien“ in meinen wirren Gehirnwindungen hervor und ließ mich zurückdenken, als ich ein kleiner Junge war und das gesamte Personal der Praxis beanspruchte um mir eine „Tetanus-Spritze“ in den aller Wertesten zu bohren.

Mit schwitzigen Händen schob ich die Ärmelchen meiner Tochter nach oben und konnte gar nicht hinsehen, als der Arzt die „Killer“-Spritzen in die dünnen Oberärmchen jagte.

Doch was war das? Kein Ton, kein Piepsen, kein Weinen? Absolut gar nichts. 

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