Mai 2007


Der 42-jährige Komiker hinter der Figur „Atze Schröder“ hat in den letzten Jahren schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass er bei der Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens oder von Bildern, auf denen er ohne Lockenperücke und Grosssonnenbrille zu sehen ist, absolut keinen Spass versteht:

„Atze Schröders“ 1. Streich:  Ungeschminkt? Das geht gar nicht!

Im Jahre 2005 zog „Atze Schröder“ mit einem Zeitschriftenverlag erfolgreich vor das Berliner Kammergericht und ließ die Veröffentlichung von „Bildnissen, die den Antragsteller in privaten Alltagssituationen zeigen“ gerichtlich untersagen. (AZ: 9 U 71/05; Landgericht Berlin 27 O 26/05)

„Atze Schröders“ 2. Streich: Für Euch bin ich der Atze, ist das klar?

Anfang diesen Jahres wurde erneut in Sachen „Atze Schröder“ Recht gesprochen. Das Gericht erkannte einen rechtmäßigen Unterlassungsanspruch des Klägers an, und untersagte damit einem Zeitungsverlag die Veröffentlichung des bürgerlichen Namens des Schauspielers. Er habe „ein berechtigtes Interesse an der Wahrung seiner Anonymität außerhalb seines beruflichen Wirkens. Bei der Nennung des Namens der hinter der Kunstfigur stehenden Privatperson handele es sich um eine ‚Enttarnung‘, die der Antragsteller nicht hinnehmen müsse.“, so das Landgericht Berlin (AZ: 27 O 72/07). Gemäß MIR (MIR Dok. 186-2007, Rz. 1) ist vom Zeitungsverlag zwischenzeitlich gegen das Urteil Berufung zum Kammergericht unter dem Aktenzeichen 10 U 92/07 eingelegt worden.

„Atze Schröders“ 3. Streich: Wie, jetzt soll ich bei Wikipedia konserviert werden? Niemals!

Im Dezember 2006 ließ der Fernsehkomiker über seinen Anwalt den Geschäftsführer des Vereins „Wikimedia Deutschland“ abmahnen, da er als Inhaber der Domain http://www.wikipedia.de bei der DENIC aufgeführt ist. Über die eingerichtete Weiterleitung auf das Enzyklopädie-Projekts http://de.wikipedia.org war in einem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zur Kunstfigur „Atze Schröder“ ebenfalls der Klartextnamen des Schauspielers im Beitrag hinterlegt worden.

Da die Wikipedianer allerdings nach langwierigen Diskussionen den Realnamen des Künstlers aus dem Beitrag entfernten und die Schreibrechte auf diesen Artikel einschränkten, wurde der Streit mittlerweile außergerichtlich beigelegt.

„Atze Schröders“ 4. Streich: Atze ./. Blogosphäre:

Doch die Internet-Gemeinde hielt nicht allzu viel von dem Recht des Künstlers auf Privates: Wie aufgestachelte Wespen fiel die Bloggosphäre über die Thematik her und nach kurzer Zeit wurde der bürgerliche Name Atzes in vielen Blogs breitgetreten. Auch Thomas Klotz vom RA-Blog erhielt eine Abmahnung, da er „durch die Berichterstattung über den bürgerlichen Namen ihres Mandanten dessen Persönlichkeitsrechte verletzt hätte, und zwar indem ich ein Faksimile (=Screenshot) aus einem (öffentlich zugänglichen) Register ins Netz gestellt habe. Eine Berichterstattung, insbesondere unter Namensnennung, sei nicht gerechtfertigt.“ Thomas Klotz hat den Beitrag daraufhin ohne Anerkennung einer Rechtspflicht entfernt. 

Momentmal: Öffentlich zugängliches Register?

Tatsächlich: Unter der Registernummer 39747033.9 ist die Wortmarke „Atze Schröder“ beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragen und so auch jederzeit (online) abrufbar. Und auf wen läuft die Anmeldung? „Riiiiiiiiichtig“!

Atze mal im Ernst: Wusstest Du das nicht oder lachst Du Dich gerade über uns alle schlapp‘?   

Gestern war es also soweit: Impftermin. Ich war mit meiner Tochter, 14 Monate alt, zum ersten Mal alleine beim Arzt.

Bisher hat dies meine Frau übernommen und eigentlich hoffte ich insgeheim darauf, dass mir diese Qualen eines sorgenden Papas, der selbst kein Blut sehen kann und Angst vor Spritzen hat, erspart bleiben.

Da ich aber gestern später auf die Arbeit ging, weil meine Frau nach einer Pause wieder zu studieren anfing und wir uns die Pflege unserer Tochter brüderlich teilen, musste ich wohl oder über in diesen sauren Apfel beißen.

Ich setzte also meine Tochter in den Kinderwagen und ab ging die Fahrt zum Kinderarzt. Bewaffnet mit dem Impfpass und der mütterlichen Eingabe „Frag den Arzt noch nach der Zeckenschutz-Impfung“ ruderte ich durch die Straßen unserer Gemeinde. Den ganzen Weg über fragte ich mich: „Was soll ich tun, wenn die Kleine anfängt zu weinen und nicht mehr aufhört?“

Dort angekommen, verfrachtete uns die Arzthelferin auch schon gleich im Sprechzimmer und die Sekunden bis zum großen Moment, und der Arzt das Zimmer betritt, kamen immer schneller auf Anastasia und mich zu. Schweissgebadet. Hochroter Kopf.

Nachdem ich mit dem Arzt die Formalien geklärt hatte, und er der Helferin die Anweisung gab zwei Spritzen vorzubereiten, wurde ich immer unruhiger. Allein der Gedanke daran, dass diese „Monster“-Nadeln sogar in beide Oberarme meiner Kleinen gerammt werden sollten, rief „Horrorszenarien“ in meinen wirren Gehirnwindungen hervor und ließ mich zurückdenken, als ich ein kleiner Junge war und das gesamte Personal der Praxis beanspruchte um mir eine „Tetanus-Spritze“ in den aller Wertesten zu bohren.

Mit schwitzigen Händen schob ich die Ärmelchen meiner Tochter nach oben und konnte gar nicht hinsehen, als der Arzt die „Killer“-Spritzen in die dünnen Oberärmchen jagte.

Doch was war das? Kein Ton, kein Piepsen, kein Weinen? Absolut gar nichts.